Trotz US-Druck Deutsche Konzerne wollen in Iran bleiben
Hamburg - "Wir sehen auch in Zukunft weiter Möglichkeiten, Aufträge aus Iran zu erhalten. Es sind mehrere Projekte im Gespräch", wird ein Sprecher von MAN in der "Financial Times Deutschland" zitiert. Eine MAN-Ferrostaal-Tochter ist am Bau der größten iranischen Aluminiumschmelze beteiligt. Auch bei Siemens und der Deutschen Post sieht man nach eigenen Angaben vorerst keinen Grund für einen Rückzug. BP-Chef John Browne hatte am Wochenende angekündigt, dass der Ölkonzern bis auf weiteres nicht in Iran investieren wird, um die USA nicht zu provozieren. Der MAN-Sprecher sagte, bei dem Aluminiumprojekt habe es noch keine Störungen gegeben. "Solange sich Deutschland nicht den USA anschließt und ein Embargo ausspricht, haben wir unsere Verträge zu erfüllen", sagte auch ein Manager des Hamburger Schiffbauunternehmens Münchmeyer Petersen Marine (MPC) der "FTD". MPC baut in Bandar Abbas mit einer iranischen Werft drei Containerschiffe.
Exportwachstum stiegen zweistellig
Sprecher von Siemens und der Post erklärten ebenfalls, dass kein Rückzug geplant sei. Siemens ist in Iran in den Bereichen Energie, Industriegüter, Medizintechnik und Telekommunikation tätig, die Post über die Tochter DHL.
Nach Auskunft des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) stiegen die Exporte nach Iran in den ersten zehn Monaten 2004 um 30 Prozent auf rund drei Milliarden Euro. "Ohne den Streit um das Atomprogramm läge der Wert wohl noch höher", sagte der DIHK-Nahostexperte Jochen Clausnitzer dem Blatt.
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