Trotz "Wunder von Bern" Senator-Film meldet Insolvenz an
Berlin - Der Berliner Firma, die im vergangenen Jahr große Kinoerfolge gefeiert hatte, gelang es nach eigenen Angaben nicht, innerhalb der gesetzlich festgelegten Frist ein Rettungskonzept mit Gläubigern und Investoren zu finden. Die Verhandlungen sollen gemeinsam mit dem noch zu bestellenden vorläufigen Insolvenzverwalter fortgesetzt werden.
"Das Wunder von Bern": Mythos in kurzen Hosen
Der Filmproduzent und Rechtehändler ist bilanziell überschuldet, nachdem er wegen hoher Abschreibungen sein Grundkapital aufgezehrt hatte. Dies hatte das Unternehmen Mitte März mitgeteilt. Am Donnerstag endet die gesetzlich vorgegebene Frist von drei Wochen, innerhalb derer das Unternehmen einen Insolvenzantrag stellen muss, wenn es keine Auffanglösung präsentieren kann. Die Marktschwäche in der Kinobranche und im Lizenzhandel führten bei Senator zu hohen Wertberichtigungen auf Beteiligungen und überwiegend ältere Titel aus dem Filmkatalog.
Kapitalkräftiger Investor angeblich schon bereit
"Die Gesellschaft hat in den letzten drei Wochen intensive und konstruktive Verhandlungen mit Banken und Investoren über eine Sanierung und Fortführung des Geschäftsbetriebs geführt", hieß es in einer am Abend veröffentlichten Pflichtmitteilung. "Der Antrag erfolgt, da innerhalb der gesetzlichen Frist noch keine insolvenzabwendenden Entscheidungen herbeigeführt werden konnten."
Einem Bericht des "Tagesspiegel" zufolge führt der Vorstand Übernahmegespräche mit einer im Filmfondsgeschäft engagierten Kommanditgesellschaft. Das Blatt zitierte den Vorstandschef des Senator-Großaktionärs Effecten-Spiegel, Bolko Hoffmann, mit den Worten: "Der Investor ist sehr liquide und hat sich mit den Gläubigerbanken über eine Sacheinlage bei Senator geeinigt."
Dagegen stellte Senator bereits am Vormittag in einer Pflichtmitteilung klar, dass es eine derartige Einigung nach Kenntnis des Unternehmens bislang noch nicht gegeben hat. Die Effecten-Spiegel AG ist mit zehn Prozent an Senator beteiligt.