Türkei: Recep Tayyip Erdogan droht Banken - DER SPIEGEL
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Zinspolitik Erdogan droht türkischen Banken

Nach Militär und öffentlichem Dienst will der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan jetzt auch die heimischen Banken auf Linie bringen. Er kündigte an, eine restriktive Kreditpolitik künftig "als Verrat" zu werten.
Recep Tayyip Erdogan
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Foto: Muhurdar/ AP
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Nach dem Putschversuch in der Türkei hat Präsident Recep Tayyip Erdogan die Banken des Landes mit Drohungen zu einer freizügigeren Kreditpolitik gedrängt. "Wir werden den Finanzsektor in dieser Sache bedrängen", sagte Erdogan vor Vertretern der türkischen Exportwirtschaft.

Er würde es "als Verrat" werten, wenn Banken Unternehmen in dieser kritischen Phase der Türkei nicht unterstützten, sondern bei jeder Gelegenheit die Rückzahlung von Krediten forderten. "Wir werden uns nicht davor scheuen, Banken, bei deren Zins- und Kreditpolitik wir einen negativen Bruch sehen, zu notieren und im Rahmen der Regeln zur Rechenschaft zu ziehen."

Seit dem gescheiterten Militärputsch greift die türkische Regierung hart durch. Im vergangenen Monat wurden in der Türkei Zehntausende Angehörige des öffentlichen Dienstes und des Militärs festgenommen oder entlassen. Auch will die Regierung mit der Opposition über die Wiedereinführung der Todesstrafe verhandeln.

Sobald die Zinsen gesenkt und die Kreditvergabe freizügiger werde, werde sich für Unternehmen und Banken "eine neue Tür öffnen", sagte Erdogan. Er kündigte Gespräche mit dem Ministerpräsidenten Binali Yildirim und Vertretern des Finanzsektors an. Der Präsident fordert seit Längerem niedrigere Zinsen. Er will so das Wirtschaftswachstum durch höheren Konsum ankurbeln.

asa/dpa/Reuters