Überbrückungskredit Herlitz-Pleite abgewendet
Berlin - Die Zusage in Höhe von 15 Millionen Euro werde das operative Geschäft des stark angeschlagenen Herlitz-Konzerns für die nächste Zeit in vollem Umfang sichern, sagte Insolvenzverwalter Peter Leonhardt nach einem Treffen mit den elf Gläubigerbanken. Das Bankenkonsortium unter Führung der Deutschen Bank ist nicht nur der größte Gläubiger, sondern hält seit vergangenem Jahr auch 70 Prozent der Anteile an Herlitz.
Die Produktion soll in vollem Umgang weiterlaufen. Der Betriebsratsvorsitzende Christian Petsch sprach von "der besten Nachricht seit langer Zeit". Die Belegschaft sei "sehr erleichtert", sagte Petsch.
Der Schreibwarenhersteller hatte in der vergangenen Woche nach jahrelangen, erfolglosen Sanierungsbemühungen Insolvenz beantragt. Bei dem einstigen Familienunternehmen mit insgesamt 3000 Beschäftigten hatte sich ein Schuldenberg von mehr als 300 Millionen Euro angehäuft. Das Herlitz-Management hatte immer wieder betont, dass das Kerngeschäft mit Papier- und Schreibwaren fast schon wieder in den schwarzen Zahlen sei. Im vergangenen Jahr machte der Konzern bei einem Umsatz von 438 Millionen Euro allerdings noch 50 Millionen Verlust. In die Krise war Herlitz durch fehlgeschlagene Auslands- und Immobiliengeschäfte geraten.