Überflugrechte Moskau schachert weiter mit Lufthansa
Moskau/Frankfurt am Main - Das Verkehrsministerium in Moskau will eine bis zum 29. Februar befristete Verlängerung der Genehmigungen nur bewilligen, wenn Lufthansa einen Umzug ihres Frachtdrehkreuzes von Kasachstan ins russische Krasnojarsk jetzt zusagt. Eine solche Zusage lehnt Lufthansa allerdings ab. Aktuell dürfen die Frachtflieger von Lufthansa Cargo noch bis einschließlich diesen Donnerstag über Russland nach Asien fliegen.
"Wir haben die Absicht, die Flugrechte heute oder morgen zu geben", sagte Vladimir Tasun, Leiter der zivilen Flugaufsicht des Ministeriums heute in Moskau. Voraussetzung dafür sei, dass Lufthansa sich klar zu einem Umzug äußere. Die Fluggesellschaft hat dagegen bisher erklärt, die Frage der Flugrechte zwischen zwei Ländern habe nichts mit einem möglichen Umzug zu tun. Über einen solchen möglichen Schritt sei kurzfristig keine Entscheidung möglich. Dafür seien die technischen Voraussetzungen in Krasnojarsk nicht gegeben.
"Nach unseren Informationen dauern die Verhandlungen auf hoher politischer Ebene weiter an", sagte ein Lufthansa-Sprecher. Mehr gebe es dazu derzeit aus Unternehmenssicht nicht zu sagen. Seitens der Bundesregierung sind das Außenministerium und das Verkehrsministerium eingeschaltet.
Das Moskauer Ministerium erklärte, man sei bereit die Bedingungen der Fluggesellschaft für einen Umzug zu prüfen. "Es ist klar, dass Lufthansa versucht, bessere Bedingungen herauszuhandeln", sagte Flugaufsichtschef Tasun. Die Modernisierung von Krasnojarsk werde ein Jahr dauern und 20 Millionen Dollar kosten. Lufthansa hatte erklärt, ein Umzug sei aufgrund der fehlenden Infrastruktur allenfalls in zwei Jahren realistisch.
sam/Reuters