Überkapazitäten Boeing hofft auf weniger Kunden
Die hohe Zahl der Gesellschaften führe zu einem insgesamt schlechten Zustand der Branche. "Es gibt nicht nur in Europa, sondern auch in den USA eine ganze Reihe von Airlines, die künstlich am Leben erhalten werden." Die Industrie tue sich mit der Konsolidierung schwer. Auch die "Konsolidierung durch Allianzen" sei nur ein eingeschränkt taugliches Mittel: "Oft bestehen die Rivalitäten weiter, was dazu führt, dass nur wenige mit diesem Rezept Erfolg hatten."
Boeing hoffe deshalb auf eine Bereinigung durch den Markt, sagte Bair: "Der Markt sollte bei jenen, die nicht überlebensfähig sind, entscheiden dürfen. Die Frage ist, ob die Regierungen genügend Mut haben, das zuzulassen. Wir glauben, dass das gesünder für alle wäre. Die Fluggesellschaften wären profitabel und vermutlich wäre schließlich der Wettbewerb größer."
Auch zum Konkurrenten Airbus äußerte Bair sich kritisch. Boeing halte nach wie vor am Vorwurf unfairer Subventionierung für Airbus fest. "Wir glauben, dass der Wettbewerb nicht fair ist, weil die Finanzhilfen für Airbus das wirtschaftliche Risiko auf den Staat verlagern." , Der europäische Konkurrent, der im vergangenen Jahr erstmals mehr Flugzeuge ausgeliefert hatte als Boeing, hat dieser Auffassung mehrfach widersprochen. Im Gegenteil hätten die Amerikaner beispielsweise für den Aufbau der Produktion des neuen Modells 7E7 unerlaubte Finanzhilfen in Anspruch zu nehmen.
Asien - vor allem China - wird nach Ansicht Bairs in den kommenden Jahren der wichtigste Wachstumsmarkt für Boeing sein. Amerika, Asien sowie Europa einschließlich Nahost machten künftig jeweils ein Drittel des Flugzeugmarkts aus. Vor 20 Jahren entfielen nur 20 Prozent auf Asien. Boeing hat eigenen Angaben zufolge derzeit mehr als 80 Prozent Marktanteil in China. Bair: "Wir sehen hier ganz eindeutig eine große und noch größer werdende Chance."