Übernahme Allianz kauft weiteren Vermögensverwalter
München - Der Kaufpreis betrage zunächst 980 Millionen Dollar, sagte Allianz-Vorstand Joachim Faber in München. Hinzu kämen noch eine erfolgsabhängige Zahlung von maximal 1,09 Milliarden Dollar sowie Leistungsanreize bis 150 Millionen Dollar. Die Übernahme kostet die Versicherungsgruppe damit bis zu 2,22 Milliarden Dollar. Nicholas-Applegate mit Sitz in San Diego verwaltete Ende September Kapitalanlagen in Höhe von 45 Milliarden Dollar.
Die Vermögensverwaltung wird seit 1997 neben der Sach- und Lebensversicherung zum dritten Standbein der Allianz ausgebaut. Vor einem Jahr übernahm der Konzern für rund 3,3 Milliarden Dollar die US-Gesellschaft Pimco und stieg zum sechstgrößten Vermögensverwalter (Asset Manager) der Welt auf. Künftig wird die Allianz weltweit Kapitalanlagen in Höhe von 662 Milliarden Dollar verwalten - damit liegt der Konzern an Platz fünf der weltweit größten Vermögensverwalter. Etwa die Hälfte davon ist fremdverwaltetes Vermögen, stammt also nicht aus der Versicherung. Die Nummer eins ind er Welt ist UBS aus der Schweiz mit einem verwalteten Vermögen von mehr als 1,1 Billionen Dollar. Dahinter folgen Fidelity (USA), Kampo (Japan) und Credit Suisse (Schweiz).
Während Pimco in den USA vor allem bei Anleihen stark ist, setzt Nicholas-Applegate primär auf amerikanische und internationale Aktienfonds. Der Gründer der US-Firma, Arthur Nicholas, sagte in München, die Investmentbranche befinde sich im Umbruch. Gemeinsam mit der Allianz sei gesichert, dass Nicholas-Applegate auch in Zukunft eines der führenden Unternehmen in den USA sei. Die Allianz habe nicht das höchste Gebot abgegeben, es habe strategisch aber am besten gepasst.
Die Summe von 1,09 Milliarden Dollar wird nur bezahlt, wenn Nicholas-Applegate ein durchschnittliches Ertragswachstum von 25 Prozent pro Jahr in den nächsten fünf Jahren erreicht. Die Übernahme soll im ersten Quartal 2001 abgeschlossen werden. Dabei werde Nicholas-Applegate als eigenständige Einheit innerhalb der Allianz- Gruppe weiter bestehen, hieß es. Der Kaufpreis für die Übernahme wird bar bezahlt. Zur Finanzierung sei an die Ausgabe einer Unternehmens- oder einer Wandelanleihe angedacht, sagte Faber. Zudem sei der Verkauf von Beteiligungen geplant. Nicholas-Applegate wolle das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen 2000 von 67 auf 130 Millionen Dollar steigern.