Übernahme BASF siegt im Wettstreit um Engelhard
Frankfurt am Main - Bis zum Ablauf der Annahmefrist gestern Abend seien BASF rund 89 Prozent der Engelhard-Aktien angeboten worden, teilte das Unternehmen heute mit. "Durch den Zusammenschluss der beiden Unternehmen werden wir ein weltweit führender Anbieter im dynamisch wachsenden Katalysatorenmarkt", sagte BASF-Vorstandschef Jürgen Hambrecht. Mit der Übernahme der Mehrheit der Anteile und dem bald erwarteten endgültigen Kauf der übrigen Aktien werde BASF mit der Integration beginnen: "Der geplante Zeitraum für die Integration liegt bei zwölf Monaten", sagte ein BASF-Sprecher.
Engelhard-Chef Barry Perry hatte erst in der vergangenen Woche seinen monatelangen hartnäckigen Widerstand gegen den BASF-Vorstoß aufgegeben und den eigenen Aktionären empfohlen, die Offerte anzunehmen. Perry hatt das BASF-Angebot stets als zu niedrig bezeichnet. Die Engelhard-Führung hatte als Abwehrmaßnahme ihren Aktionären auch den Rückkauf von 20 Prozent aller Aktien zum Preis von 45 Dollar angeboten.
BASF musste als weltgrößte Chemiekonzern seine Offerte zwei Mal um je einen Dollar auf schließlich 39 Dollar in bar je Engelhard-Aktie nachbessern. Nun haben die übrigen Engelhard-Aktionäre bis Donnerstag Zeit, ihre Aktien einzureichen. Sie sollen ebenfalls 39 Dollar je Aktie in bar erhalten.
Damit hat BASF sein Angebot letztlich auf rund fünf Milliarden Dollar (3,9 Milliarden Euro) gesteigert, um bei Engelhard noch zum Zuge zu kommen. Einschließlich Schulden liegt die Kaufsumme bei 5,6 Milliarden Dollar.
Engelhard ist einer der größten Hersteller von Abgaskatalysatoren für die Automobilbranche und der Oberflächenveredelung. Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen mit 7100 Mitarbeitern einen Umsatz von 4,6 Milliarden Dollar und einen Nettogewinn von gut 246 Millionen Dollar erzielt. Die mehr als fünf Milliarden Dollar schwere Übernahme von Engelhard ist für BASF der größte Zukauf in der mehr als 140-jährigen Firmengeschichte. Nach Einschätzung von Analysten kann sich BASF damit von den Schwankungen der Chemiekonjunktur unabhängiger machen. Das Katalysatorengeschäft gilt als wenig zyklisch.
tim/Reuters/AP