Übernahme Ebay kauft sich mobile.de
San Jose/Hamburg - Seit Monaten warb das Bankhaus Sal. Oppenheim für die Internetplattform Mobile.de, einem der größten Internet-Automarktplätze in Deutschland. Nun hat sich ein Käufer gefunden: Es ist der Internetriese Ebay , der damit seine Position auf dem Gebrauchtwagenmarkt in Deutschland weiter verbessert.
Die bisherigen Gesellschafter der Gebrauchtwagenbörse hatten seit einiger Zeit nach einem geeigneten Käufer gesucht. Eigentümer waren der britische Risikokapitalgeber Granville Baird, der zuletzt mit 30 Prozent beteiligt war, und die vier Alteigentümer Ralf Prehn, Vijay Sapre sowie Rüdiger und Hans-Christian Bartholatus, die die restlichen 70 Prozent hielten.
Der Zeitpunkt für einen Verkauf der Mobile.de-Anteile galt als günstig, denn das Unternehmen machte im ersten Halbjahr 2003 einen Umsatz von 10,59 Millionen Euro. Das Betriebsergebnis wurde von 1,3 auf 1,8 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum gesteigert. Für das Gesamtjahr kündigte Mobile.de einen Umsatz von 24 Millionen Euro und ein Vorsteuerergebnis von rund vier Millionen Euro an.
Neben dem Web-Versteigerer Ebay boten nach Informationen von manager-magazin.de auch das Internetportal Yahoo und die ISA GmbH, ein Gemeinschaftsunternehmen der Verlage Holtzbrinck, Ippen und WAZ. Letzteres soll rund 95 Millionen Euro für den Online-Anzeigenmarkt offeriert haben. Doch die Entscheidung fiel für das Höchstgebot, das Ebay mit 121 Millionen Euro abgegeben hatte. Der Vertrag soll bereits Anfang vergangener Woche unterschrieben worden sein, heißt es in Branchenkreisen.
"Als Teil von Ebay haben wir nun die Möglichkeit, unser Geschäft weiter voranzutreiben", sagte Rüdiger Bartholatus, Vorstandsvorsitzender der Mobile.de AG. Der Kauf erlaube es Ebay Deutschland, seinen bestehenden Online-Marktplatz für Fahrzeuge um das Anzeigenformat zu erweitern, jubelte Ebay in einer Pressemitteilung. Ob der Online-Gerbauchtwagenmarkt jedoch weiter als eigenständige Marke und Plattform existieren wird, ist derzeit noch unklar. Branchenkenner nehmen an, dass das Angebot bestehen bleibt, gleichzeitig aber auch in den Auftritt von Ebay integriert wird.
Ebay hatte in der vergangenen Woche seine Zahlen für das Schlussquartal und das Gesamtjahr 2003 vorgelegt. Mit einem Jahresumsatz von 2,2 Milliarden Dollar (1,65 Milliarden Euro) fuhr das Internetunternehmen einen neuen Rekord ein. Der Gewinn stieg um 77 Prozent auf 441,8 Millionen Dollar. Für 2004 erwartet das Auktionshaus einen Umsatz von bis zu drei Milliarden Dollar und wieder einen höheren Gewinn. Die Zahlen von Mobile.de werden in das Ergebnis einfließen, hieß es am Montag. An der Prognose ändere sich jedoch nichts.