Übernahme: Franzosen kaufen sich ConSors - DER SPIEGEL
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Übernahme Franzosen kaufen sich ConSors

Die französische Großbank BNP Paribas wird sich die Mehrheit am Online-Broker ConSors einverleiben. Damit haben monatelange Spekulationen über die Zukunft des Brokers ein Ende.
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Nürnberg - Wie ConSors am Montag in einer Ad-hoc-Mittelung schrieb, hat BNP Paribas den Zuschlag für das 66,4-Prozent-Paket bekommen, das bisher der angeschlagenen SchmidtBank gehörte. Die SchmidtBank teilte mit, der Vertrag sei am Nachmittag beim Bankhaus Metzler in Frankfurt am Main unterzeichnet worden. Einzelheiten sollen auf einer Pressekonferenz am Dienstag in Frankfurt bekannt gegeben werden. Finanzielle Details wurden zunächst nicht genannt. Hinweise auf einen baldigen Verkauf hatten sich schon Ende vergangener Woche verdichtet, nachdem ConSors die für den 29. Mai geplante Hauptversammlung "auf Grund des laufenden Verkaufsprozesses" auf den 18. Juli verschoben hatte.

Am Neuen Markt wurden die im Nemax 50 notierten ConSors-Aktien in der Zeit zwischen 16.50 und 17.50 Uhr vom Handel ausgesetzt. Der letzte Kurs vor dem Handelsstopp lag bei 10,24 Euro, ein Plus von 7,8 Prozent gegenüber dem Vortagesschluss.

Neben der französischen Bank wurden unter anderem die Commerzbank, die französische Société Générale und der US-Broker E-Trade als Interessenten an einer ConSors-Übernahme gehandelt. Während die Commerzbank frühzeitig aus den Verhandlungen ausstieg, sollen die anderen beiden Unternehmen sie nicht entschieden verfolgt haben. BNP Paribas betreibt bereits einen eigenen Online-Broker namens Cortal, der gemeinsam mit ConSors auf fast eine Million Kunden in Europa käme - das wäre europaweit der größte Kundenstamm in diesem Geschäftsfeld. Nach früheren Informationen soll BNP nur in etwa den aktuellen Börsenwert für ConSors geboten haben und die Zahlung einer Prämie an die SchmidtBank abgelehnt haben.

BNP plant nach früheren Berichten, den deutschen Online-Broker an der Börse zu belassen. Außerdem solle die Marke ConSors erhalten und eventuell in weitere Länder Europas ausgedehnt werden, hieß es bisher. Am Management um ConSors-Chef Karl Matthäus Schmidt wollen die Franzosen nach früheren Informationen festhalten. Teil der BNP-Paribas-Strategie solle zudem offenbar eine Vertriebskooperation mit dem Versicherungskonzern Axa in Deutschland sein. Die Axa ist mit 7,5 Prozent an der BNP Paribas beteiligt. Bisher fehlt der Deutschland-Tochter, der früheren Colonia Versicherung, ein Bankvertriebspartner.

Die bisherige ConSors-Mutter SchmidtBank war Ende vergangenen Jahres wegen Finanzproblemen von einem Bankenkonsortium übernommen worden war. Ihr neuer Vorstandschef Paul Wieandt, der die Hofer Filialbank sanieren soll, hatte ursprünglich angekündigt, bis Ende März eine Lösung für ConSors finden zu wollen.