Übernahme-Kampf: Alibaba will sich von Yahoo freikaufen - DER SPIEGEL
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Übernahme-Kampf Alibaba will sich von Yahoo freikaufen

Alles - nur nicht Microsoft: Der chinesische Internetkonzern Alibaba will nicht unter die Fittiche des Software-Giganten geraten. Deshalb sucht er Investoren für die Anteile, die Yahoo an Alibaba hält - für den Fall, dass Yahoo doch von Microsoft übernommen wird.
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BRÜSSEL - Fast 40 Prozent hält Yahoo an den Chinesen - das ist denen jedoch zu heikel: Deshalb bereitet sich der chinesische Internetkonzern Alibaba auf einen Rückkauf der von Yahoo gehaltenen Beteiligung vor. Sollte Microsoft   Yahoo übernehmen, dann wolle die Alibaba-Gruppe den Anteil von 39 Prozent zurückerwerben, berichtete das "Wall Street Journal Europe". Dazu fänden derzeit intensive Gespräche mit Investoren statt.

Yahoo war 2005 mit einer Milliarde Euro bei Alibaba eingestiegen, deren Tochter Alibaba.com im vergangenen Herbst an die Börse gegangenen war - der zweitgrößte Börsengang eines Internetunternehmens nach Google 2004. Darüber hinaus traten die Amerikaner ihre Web-Aktivitäten in China an Alibaba ab.

Microsoft hatte Ende Januar Yahoo ein Übernahmeangebot   unterbreitet - dabei war gerade das Engagement Yahoos in Japan, Südkorea und China maßgeblich entscheidend für das Interesse an dem Internetanbieter.

Alibabas Vorstoß könnte sich nun negativ auf die Übernahmegespräche auswirken, bei denen Yahoo zumindest noch einen höheren Preis als die gebotenen 42 Milliarden Dollar herausschlagen möchte. Der chinesische Konzern ist in seiner Heimat immerhin drittgrößter Internetanbieter. Das vom IT-Fachmann Jack Ma gegründete Unternehmen hat rund 24 Millionen Nutzer, darunter vorwiegend kleine und mittlere Unternehmen.

Die Gespräche über einen Rückkauf der von Yahoo gehaltenen Beteiligungen deuten darauf hin, dass die Alibaba-Führung davon ausgeht, dass Microsoft in der Übernahmeschlacht um Yahoo als Sieger hervorgehen wird. Die Ankündigung, sich freikaufen zu wollen, fällt genau in die Zeit, in der sich Microsoft und Yahoo zum ersten Mal seit Bekanntwerden des Übernahmeangebots annähern. Noch fanden allerdings keine Verhandlungen statt. Der Software-Konzern präsentierte den verunsicherten Yahoo-Mitarbeitern bislang nur einen Abriss davon, was die beiden Firmen im Falle einer Fusion in Zukunft alles leisten könnten.

sil/dpa-AFX