Übernahme Mobilcom will mit Freenet fusionieren
Hamburg - Beide Unternehmen sollten auf eine neue Gesellschaft verschmolzen werden, teilte Mobilcom am Freitagabend mit. "Ein Barangebot an die Freenet-Aktionäre oder ein Erwerb von Freenet-Aktien ist nicht erforderlich", erklärte die im Technologieindex TecDax notierte Gesellschaft. Der Mobilcom-Vorstand werde den Vorstand von Freenet kurzfristig zu Fusionsgesprächen einladen.
Derzeit halte Mobilcom 50,4 Prozent an Freenet . Das Umtauschverhältnis in Aktien beider Gesellschaften soll über Gutachten von zwei Wirtschaftsprüfern ermittelt werden, die beide Seiten unabhängig voneinander beauftragen. Danach würden den Hauptversammlungen beider Gesellschaften entsprechende Beschlüsse zur Zustimmung vorgelegt.
Freenet kündigte am Freitagabend in einer knappen Mitteilung an, verhandeln zu wollen. Der Vorstand habe beschlossen, mit Mobilcom "Gespräche mit offenem Ausgang" über das Vorhaben aufzunehmen.
Über einen Zusammenschluss war bereits im Vorfeld spekuliert worden. Analysten hatten den Plan positiv beurteilt. Mobilcom könne so Verlustvorträge mit dem Gewinn der Internettochter verrechnen. Dies würde sich positiv auf den Aktienkurs auswirken.
Zudem eröffnen sich durch einen Zusammenschluss Synergien im Vertrieb. Mobilcom könnte den Kunden neben Mobilfunk auch Festnetztelefonie und Internetzugänge aus einer Hand anbieten. Neben der Deutschen Telekom wäre die vereinigte Gesellschaft der einzige Komplettanbieter im deutschen Telekommunikationsmarkt.
2004 hatte Mobilcom erstmals seit der Existenzkrise vor gut zwei Jahren auch in seinem Kerngeschäft, dem Wiederverkauf von Telefonminuten anderer Mobilfunkanbieter, wieder schwarze Zahlen geschrieben. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) erhöhte sich im Mobilfunk bei steigenden Kundenzahlen auf 9,2 Millionen Euro.
Im Vorjahr hatte die Kernsparte auf Grund von Restrukturierungen noch einen operativen Verlust von 19,3 Millionen Euro ausgewiesen. Zusammen mit dem Internet- und Festnetzgeschäft der Tochter Freenet vervierfachte der Konzern das Ebit auf 94,3 Millionen Euro.