Übernahme Sal. Oppenheim wird größte Privatbank Europas
Amsterdam/Köln/Frankfurt am Main - Sal. Oppenheim beabsichtigt, die BHF-Bank als eigenständige Beratungs-, Service- und Handelsbank zu führen. Die Schwerpunkte der BHF lägen beim Asset Management, Privatkundengeschäft, Financial Markets und bei dem ausgewählten Firmenkundengeschäft, teilte Sal. Oppenheim am Donnerstag mit.
Die ING-Gruppe werde die Deutsche Hypothekenbank, den Londoner Bereich der ING BHF-Bank und das restrukturierte Kreditgeschäft behalten, hieß es. Zudem betreue ING weiterhin ihre weltweiten Firmenkunden. Die Transaktion soll bis Ende 2004 abgeschlossen werden. Finanzielle Details wurden nicht genannt.
Zu Beginn der Woche hätten beiden Banken in Amsterdam positive Verhandlungen geführt. Allerdings mussten noch technisch-rechtliche Details geklärt werden.
Kürzlich hatten ING und die Privatbank Sal. Oppenheim bestätigt, über eine mögliche Übernahme der deutschen ING-Tochter BHF-Bank AG zu verhandeln. Durch die Übernahme wird sich die Mitarbeiterzahl bei Sal. Oppenheim deutlich erhöhen: Die BHF-Bank beschäftigt knapp 2000 Mitarbeiter, die Kölner Bank dagegen nur 1500.
"Hochwillkommen"
Erst im August waren Verhandlungen der ING mit der Commerzbank beendet worden. Bei einem Blick in die Bücher der BHF-Bank hätten sich keine ausreichend hohen Synergieeffekte gezeigt, die ein Engagement in der zu erwartenden Größenordnung gerechtfertigt hätten, begründete die Commerzbank damals das Ende der Pläne.
Bei der ING BHF-Bank gab es auch Besorgnis, eine Übernahme durch die Commerzbank werde zu drastische Personalabbau führen. Sal. Oppenheim sei hingegen "hochwillkommen", sagte ein BHF-Sprecher der "Financial Times Deutschland".
Aus der Fusion der 1856 errichteten Berliner Handelsgesellschaft und der 1854 gegründeten Frankfurter Bank ging 1970 die BHF-Bank hervor. Seit 1999 gehört die Bank zur ING Groep und firmiert seit 2002 unter ING BHF-Bank AG.