Übernahme Telekom greift angeblich nach VoiceStream
Frankfurt - Das Angebot bewerte VoiceStream mit mehr als 30 Milliarden Dollar (61,5 Milliarden Mark), berichtete die "Financial Times", ohne Quellen zu nennen. Das "Wall Street Journal" zitierte Kreise, die mit dem Vorgang vertraut seien. Es rechnet sogar mit Kosten der Transaktion von 40 Milliarden Dollar. Die Aktien von VoiceStream stiegen nach diesen Meldungen im nachbörslichen Handel an der Wall Street um acht Prozent. Ein Telekom-Sprecher sagte jedoch am Dienstagmorgen in Bonn: "An Spekulationen beteiligen wir uns nicht."
Laut "Financial Times" prüft auch die France Télécom ein Angebot für VoiceStream, das über die France-Télécom-Tochter Orange abgegeben werden könnte. Allerdings sei die Deutsche Telekom in den Verhandlungen am weitesten fortgeschritten und sei an VoiceStream mit einem speziellen Angebot herangetreten, das den Kauf des gesamten Aktienkapitals oder den Erwerb einer Kontrollmehrheit vorsehe, hieß es in dem Bericht weiter.
Die Deutsche Telekom habe das Angebot unterbreitet, obwohl sie auch weiterhin Interesse an der US-Gesellschaft Sprint habe. Sprint steht möglicherweise zum Verkauf, nachdem die Wettbewerbsbehörden eine Fusion der Sprint mit dem US-Konzern WorldCom blockiert haben, berichtete die "Financial Times".
Der Telekom-Sprecher äußerte sich auch zu den angeblichen Verhandlungen mit Sprint nicht. Die Deutsche Telekom hat aber mehrfach erklärt, durch Übernahmen in den USA expandieren zu wollen, um so dem Ziel eines "Global Player" auf dem weltweiten Telekommunikationsmarkt näher zu kommen.