Übernahmegerüchte: Murdoch kauft Premiere-Aktien - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Übernahmegerüchte Murdoch kauft Premiere-Aktien

Plant Medienmogul Rupert Murdoch die Komplettübernahme des deutschen TV-Senders Premiere? Knapp 15 Prozent besitzt er schon, jetzt stockt er seine Anteile auf knapp 20 Prozent auf. Unternehmenschef Börnicke ist begeistert.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

München - Der Medienmogul Rupert Murdoch baut seinen Einfluss beim deutschen Bezahlsender Premiere   aus - und facht damit Spekulationen um eine Komplettübernahme an. Murdochs US-Medienkonzern News Corp.   Corp gab heute bekannt, ihre Beteiligung an dem TV-Sender von 14,6 Prozent auf 19,9 Prozent erhöht zu haben.

Am Vormittag hatte Premiere mitgeteilt, dass die US-Investmentbank Morgan Stanley sich am 14. Februar von rund fünf Prozent der Anteile getrennt habe. Die Bank hatte die Anteile nur eine Woche lang gehalten.

Premiere-Chef Michael Börnicke äußerte sich zufrieden über Murdochs Aktivität. "Wir sehen das Engagement der News Corporation als positives Signal - sowohl für die Attraktivität von Premiere als auch für die Wachstumsmöglichkeiten von Pay-TV im deutschsprachigen Raum. Das Engagement liegt im operativen und strategischen Interesse von Premiere". Die Premiere-Aktie schloss gut vier Prozent im Plus bei 15,12 Euro.

Murdoch war Anfang Januar bei Premiere eingestiegen, als er vom Kabelnetzbetreiber Unitymedia ein Premiere-Paket für 287 Millionen Euro kaufte. "Wir sehen noch großes Potential im deutschen Pay-TV-Markt und sind davon überzeugt, dass der Zeitpunkt für eine Beteiligung am führenden deutschen Anbieter Premiere jetzt ideal ist", hatte Murdoch den Schritt begründet. Zum Pay-TV-Geschäft von News Corp gehören Anteile an der britischen BSkyB sowie 100 Prozent an Sky Italia.

Eine große Herausforderung für Premiere ist in diesem Jahr der anstehende Bieterprozess für die neuen Übertragungsrechte des Zugpferds Fußball-Bundesliga. Der einstige Medienzar Leo Kirch tritt dabei als Zwischenhändler auf. Bei der letzten Vergabe war Premiere leer ausgegangen und kämpfte anschließend um den Verbleib der Abonnenten.

Über eine Kooperation mit Rechteinhaber Arena, einer Unitymedia-Tochter, kann Premiere die Bundesliga inzwischen aber wieder anbieten. Über diese Vereinbarung war Unitymedia im Februar 2007 auch in den Besitz des Premiere-Anteils gekommen. Das Bundeskartellamt hatte verfügt, dass Unitymedia die Beteiligung spätestens bis zum Ablauf der Vereinbarung Mitte 2009 wieder verkaufen müsse.

wal/Reuters/dpa-AFX