Übernahmekampf Yahoo stellt Microsoft Bedingungen
New York - Yahoo-Chef Jerry Yang will den Brief an Microsoft am heutigen Montag abschicken, in dem das Yahoo-Management seinen Standpunkt erläutert: Darin heißt es, Yahoo wolle sich nicht länger gegen eine Übernahme sperren, wenn Microsoft seine bisherige Offerte von 31 Dollar je Aktie anhebe, wie eine mit dem Vorgang vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters erklärte. Außerdem werde Yahoo die Darstellung von Microsoft zurückweisen, wonach sein Geschäft rückläufig sei.
In dem Übernahmekampf um den Suchmaschinenbetreiber hatte Microsoft zuletzt den Druck erhöht und der Yahoo-Spitze ein dreiwöchiges Ultimatum gestellt, die Offerte anzunehmen. Andernfalls werde sich Microsoft direkt an die Yahoo-Aktionäre wenden, um die größte Übernahme in der Branche unter Dach und Fach zu bringen, hieß es in einem Brief von Microsoft-Chef Steve Ballmer an das Kontrollgremium von Yahoo. Aus dem Umfeld von Yahoo verlautete, die Konzernspitze wäge nun die Entscheidungsmöglichkeiten ab.
Microsoft hatte Yahoo Anfang Februar eine Übernahme in Aktien und Bargeld zum Preis von 31 Dollar je Anteilsschein unterbreitet. Insgesamt entsprach dies einem Kaufpreis von knapp 45 Milliarden Euro - und damit einem Aufschlag von 62 Prozent auf den Yahoo-Aktienkurs. In dem Brief drohte Ballmer indirekt damit, die Offerte zu senken, wenn er sich ohne Empfehlung des Managements direkt an die Aktionäre wenden müsse: "Wenn wir gezwungen sind, Ihren Aktionären direkt ein Angebot zu unterbreiten, wird dieses Vorgehen aus unserer Sicht unerwünschte Folgen für den Wert Ihres Unternehmens haben, und das wird sich in den Bedingungen unseres Angebots niederschlagen", schrieb Ballmer. Das nun gestellte Ultimatum von Microsoft läuft am 26. April aus - wenige Tage nach Veröffentlichung der Quartalszahlen beider Unternehmen.
Zahlreiche Marktbeobachter gehen inzwischen fest von einer Übernahme aus. "Es ist nur eine Frage der Zeit, bis Microsoft Yahoo übernimmt", sagte Jeffrey Lindsay, Analyst bei Sanford C. Bernstein, der Nachrichtenagentur Bloomberg. Der Microsoft-Chef merkte in seinem Brief an, dass es bislang keine alternativen Offerten gibt. Außerdem gebe es Hinweise, dass der Marktanteil gesunken sei.
mik/Reuters