Übernahmepläne: "FTD" geht an Gruner + Jahr - DER SPIEGEL
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Übernahmepläne "FTD" geht an Gruner + Jahr

Viel wurde spekuliert, jetzt setzt die "Financial Times" noch einen oben drauf: Der britische Zeitungsverlag Pearson verkaufe seinen Anteil an der "Financial Times Deutschland" an Jointventure-Partner Gruner + Jahr, schreibt das Blatt selbst - allerdings unbestätigt von Pearson.
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Frankfurt am Main - Der britische Zeitungsverlag Pearson steht einem Bericht der konzerneigenen Zeitung "Financial Times" ("FT") zufolge kurz vor dem Verkauf seines "Financial Times Deutschland"-Anteils. Käufer sei das Verlagshaus Gruner + Jahr, das seine Anteile an der lachsrosanen Wirtschaftszeitung damit auf 100 Prozent aufstockt, schreibt das Blatt unter Berufung auf Unternehmenskreise.

Pearson habe 15 bis 20 Millionen Euro für den 50-prozentigen Anteil gefordert, hieß es in dem Bericht. Die Hälfte des Kaufpreises würden die Deutschen sofort entrichten, den Rest in jährlichen Lizenzgebühren für die Namensrechte zahlen. Weder Pearson noch Gruner + Jahr bestätigten die Meldung allerdings.

Der Verkauf der "FTD" ist Teil von Pearson Strategie, sich von Zeitungen im Ausland zu trennen. Bereits im Juli hatte der Verlag die französische Wirtschaftszeitung "Les Echos" an den Luxusgüterkonzern LVMH verkauft. Der Verkaufserlös soll in die Hauptmarke "FT" und in digitalen Aktivitäten gesteckt werden.

Nach der Komplettübernahme der "FTD" will Gruner + Jahr dem Bericht zufolge die Verwaltung der Zeitung mit der seiner Kölner Verlagsgruppe Wirtschaftsmedien zusammenlegen. Dabei könnten auch Stellen gestrichen werden. Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" ("FAZ") hatte gestern noch berichtet, es gingen keine Jobs verloren.

Im Internet will Gruner + Jahr die Auftritte seiner Zeitungen enger miteinander verzahnen - wodurch die "FTD" zum ersten Mal in ihrer Laufbahn schwarze Zahlen schreiben soll.

Die "FTD" kam 2000 auf den deutschen Markt. Von der Zeitung werden täglich nach eigener Darstellung mehr als 100.000 Exemplare verkauft. Der "FAZ" zufolge macht das Blatt noch immer Verluste, ist aber von der Gewinnschwelle nicht mehr weit entfernt. Der "FTD"-Jahresumsatz für 2007 wird auf gut 60 Millionen Euro geschätzt.

In den vergangenen Monaten wurden bereits mehrere andere Verlagshäuser als Kaufinteressenten für die "FTD" gehandelt - unter anderem der Verlag Georg von Holtzbrinck, der mit dem "Handelsblatt" das unmittelbare Konkurrenzblatt der "FTD" herausgibt. Auch der SPIEGEL-Verlag verhandelte zwischenzeitlich über einen Kauf.

ssu/dpa-AFX