Übernahmepläne: Tui schmiedet Riesen-Reederei - DER SPIEGEL
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Übernahmepläne Tui schmiedet Riesen-Reederei

Der Reisekonzern Tui treibt laut Presseberichten den Ausbau seiner Schifffahrtssparte Hapag-Lloyd voran. Demnach will der Dax-Konzern die kanadisch-britische CP Ships übernehmen. Entstehen würde die fünftgrößte Reederei der Welt.
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Hamburg/Hannover - Tui   bestätigte heute entsprechende Presseberichte. Das "Wall Street Journal" und die "Financial Times Deutschland" hatten übereinstimmend unter Berufung auf Branchenkreise geschrieben, dass der Dax-Konzern Interesse an CP Ships hat. Der Preis könnte demnach bei rund 1,5 Milliarden Euro liegen. Zur Finanzierung plane das Unternehmen eine Kapitalerhöhung.

Auch das Auftauchen eines weiteren Bieters sei nicht auszuschließen, heißt es im "Wall Street Journal". Mögliche Konkurrenten seien die französische CMA CHM und die China Shipping Group. Auch ein Wettbieten um das kanadisch-britische Unternehmen wird nicht ausgeschlossen. Dies würde den Preis erhöhen.

Man führe regelmäßig Gespräche mit anderen Containerschifffahrtslinien, unter anderem auch mit CP Ships, teilte Tui mit. "Entscheidungen seien bisher nicht getroffen worden. Ob diese Gespräche in naher Zukunft oder zu einem späteren Zeitpunkt in Allianzen oder Transaktionen münden werden, ist offen", hieß es.

Die börsennotierte CP Ships gehört den Angaben zufolge als Nummer 16 zu den weltweit größten Container-Liniengesellschaften und hat eine Marktkapitalisierung von umgerechnet rund 1,39 Milliarden Euro. Eine Fusion mit der Tui-Tochter Hapag-Lloyd würde gemessen an der Frachtkapazität einen neuen Marktriesen entstehen lassen, der zum fünftgrößten der Branche aufsteigt.

Hochseeschifffahrt erlebt seit einigen Jahren einen wahren Boom. Vor allem der wirtschaftliche Aufschwung Chinas hat zu einem Anstieg der Charterraten geführt. Das Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik rechnet damit, dass der weltweite Containerumschlag von 263 Millionen Tonnen im Jahr 2000 auf 543 Millionen Tonnen im Jahr 2010 ansteigen wird.

An der Börse wurden die möglichen Tui-Pläne dennoch negativ bewertet. Der Konzern wolle bei vier Milliarden Euro Marktkapitalisierung eine Milliarde an frischem Kapital aufnehmen - dies belaste die Aktien erheblich, sagte ein Händler vor Handelsbeginn.