Übernahmepoker: Oracle schluckt Peoplesoft - DER SPIEGEL
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Übernahmepoker Oracle schluckt Peoplesoft

Nach langem Abwehrkampf hat der Softwarehersteller Peoplesoft einer Übernahme durch den Datenbankanbieter Oracle zugestimmt. Mit einem Volumen von mehr als zehn Milliarden Dollar ist es einer der größten Deals in der Geschichte des Silicon Valley.
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New York - Der US-Softwarekonzern Oracle   wird nach langem Ringen seinen kleineren Konkurrenten Peoplesoft   für insgesamt 10,3 Milliarden Dollar übernehmen. Die Führungsgremien beider Unternehmen hätten der Vereinbarung zugestimmt, teilte Oracle am Montag in New York mit. PeopleSoft bestätigte die Einigung.

Der Preis beträgt demnach 26,50 Dollar je Aktie. Die Übernahme solle Anfang Januar abgeschlossen sein, teilte Oracle mit. PeopleSoft hatte sich lange gegen das feindliche Übernahmeangebot Oracles gewehrt.

Oracle hat seinen Gewinn im zweiten Geschäftsquartal dank einer starken Nachfrage nach Datenbankanwendungen gesteigert. Der Gewinn je Aktie in den abgelaufenen drei Monaten betrug nach dem am Montag vorgelegten Zwischenergebnis 815 Millionen Dollar oder 16 Cent je Aktie. Im Vorjahr waren es noch 617 Millionen Dollar oder zwölf Cent je Aktie. Analysten hatten einen Gewinn je Aktie von rund 13 Cent erwartet.

18 monatiges Hauen und Stechen

PeopleSoft ist einer der größten Hersteller von Unternehmenssoftware, die in Personalbuchhaltung oder Controlling verwendet wird. Im Jahr 2003 hatte das Unternehmen aus Pleasanton den kleineren Wettbewerber J. D. Edwards übernommen und war dadurch nach der deutschen SAP zur Nummer zwei der Branche aufgestiegen.

Das rief Oracle-Chef Larry Ellison auf den Plan, dessen Unternehmen bei Business-Software durch den Peoplesoft-Edwards-Deal auf Platz drei abgerutscht war. Im Sommer 2003 gab Oracle ein Übernahmeangebot für PeopleSoft ab und kündigte an, das Unternehmen nach dem Kauf filetieren zu wollen. Oracle, hieß es damals im Angebotsprospekt, sei nur an der Kundendatei des Konkurrenten interessiert und werde die bestehenden Produktlinien nicht fortführen.

In der Folge entbrannte eine eineinhalbjährige Übernahmeschlacht, während der sich die Gegner mit Kartellklagen, Giftpillen und persönlichen Drohungen zusetzen. So sagte Ellison beispielsweise, wenn er (Peoplesofts damaligen Vorstandschef) Craig Conway und dessen Hund träfe und er eine Waffe dabei hätte, schösse er "bestimmt nicht auf den Hund".