Übernahmeschlacht: Conti stellt Schaeffler Bedingungen - DER SPIEGEL
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Übernahmeschlacht Conti stellt Schaeffler Bedingungen

Die Continental-Übernahme geht in die heiße Phase. In einem Entwurf stellt Conti Forderungen an den Angreifer Schaeffler. Der gerät zusehends in Zeitnot. Die Annahmefrist für die aktuelle Offerte läuft nur noch bis Ende August.
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Hamburg - Der Verhandlungspoker zwischen Conti und Schaeffler läuft auf Hochtouren. Nun stellt Conti in einem Vertragsentwurf drei wesentliche Forderungen, schreibt die "Financial Times Deutschland".

Conti-Fahnen vor dem Firmengebäude: Moralische Instanz gefordert

Conti-Fahnen vor dem Firmengebäude: Moralische Instanz gefordert

Foto: DDP

So fordert Conti einen Preisaufschlag. Vorstand und Aufsichtsrat haben die Schaeffler-Offerte von 70,12 Euro je Aktie mehrfach als zu niedrig abgelehnt. Beobachter sehen den Wert des Unternehmens bei 80 bis 90 Euro je Aktie. Schaeffler hatte Conti angeboten, die Offerte auf 75 Euro zu erhöhen. Für Schaeffler ist der Preis entscheidend: Würde der Konzern seine Offerte noch weiter anheben, könnten mehr Conti-Aktionäre ihre Papiere andienen. Der Einstieg würde sich entsprechend verteuern.

Zudem plädiert Conti für einen Risikoausgleich für negative Einflüsse durch den Schaeffler-Einstieg. Im Falle einer Übernahme kämen auf Conti demnach Steuerausfälle zu, da der Autozulieferer Verlustvorträge nicht mehr abschreiben könnte. Die Ausfälle könnten sich auf einen dreistelligen Millionenbetrag summieren, schreibt die "FTD".

Conti-Arbeitnehmervertreter fürchten außerdem, dass Schaeffler die Reifensparte abstoßen wird - schließlich sind die Franken vor allem an Autoelektronik und Antrieben interessiert. Schaeffler hatte bereits schriftliche Garantien für Jobs zugesagt. Conti fordert nun eine moralische Instanz in Form einer gesellschaftlich angesehenen Person, die die Einhaltung der Zusagen überwacht.

Schaeffler will seinerseits auch nach einer möglichen Übernahme an Continental-Chef Manfred Wennemer festhalten. Es gebe keine Veranlassung, über eine Veränderung an der Spitze des niedersächsischen Konzerns nachzudenken, sagte ein Schaeffler-Sprecher am Wochenende. Zuvor hatte das Magazin "Focus" berichtet, die Schaeffler-Führung habe sich auf Conti-Vorstandsmitglied Karl-Thomas Neumann festgelegt.

Die Verhandlungen zwischen Conti und der Schaeffler-Gruppe stehen unter Zeitdruck. Die Annahmefrist für das Schaeffler-Übernahmeangebot endet am 27. August um Mitternacht. Den gesetzlichen Vorgaben zufolge könnte Schaeffler das Angebot bis spätestens einen Tag vor Ablauf der Frist erhöhen. Schaeffler hält bereits acht Prozent an Conti und hat nach eigenen Angaben über Finanzgeschäfte Zugriff auf weitere 28 Prozent.

cvk/dpa-AFX