Übernahmeschlacht: SAP kontert Oracle-Angebot - DER SPIEGEL
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Übernahmeschlacht SAP kontert Oracle-Angebot

Europas größter Softwarekonzern SAP hat im Bieterwettstreit um das US-Unternehmen Retek sein Angebot auf elf Dollar je Aktie erhöht. SAP bezeichnete die Offerte als "endgültig". Ob Oracle jetzt noch einmal nachlegt, ist unklar.
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Stuttgart - SAP   hat sein Übernahmeangebot um 29 Prozent aufgestockt und die Gegenofferte von Oracle   so klar überboten. Damit bietet SAP nun insgesamt rund 580 Millionen Dollar beziehungsweise elf Dollar pro Retek-Aktie. Bisher hatte SAP 8,50 Dollar je Aktie angeboten.

Wenige Tage nach dem vom Retek-Management unterstützten Angebot hatte der SAP-Rivale Oracle mit einer Offerte von neun Dollar je Aktie gekontert. Das Management von Retek empfehle den Aktionären, die von SAP als "bestes und letztes Angebot" bezeichnete Offerte zu akzeptieren, hieß es.

"Wir glauben, dass das Angebot von SAP ein gutes Geschäft für die Retek-Aktionäre darstellt, und das Management von Retek hat den Anteilseignern einstimmig die Annahme empfohlen", erklärte Retek-Präsident und Vorstandschef Marty Leetsma. "SAP hat deutlich gemacht, dass die Offerte das beste und endgültige Angebot für Retek darstellt", erklärten beide Unternehmen. Von Oracle lag zunächst keine Stellungnahme vor.

Um die auf Software für Handelsunternehmen spezialisierte Retek war ein Bietergefecht zwischen SAP und Oracle entbrannt, da sich beide Konzerne von der Übernahme einen besseren Zugang zu Kunden im Groß- und Einzelhandel versprechen. Retek arbeitet profitabel und zählt die US-Modekette GAP und den britischen Einzelhandelskonzern Sainsbury zu seinen Kunden. Der Einzelhandel zählt neben Banken zu den Branchen, in denen SAP sein Wachstum forcieren will.

Die seit Jahren zwischen SAP und Oracle bestehende Konkurrenz um Firmenkunden hatte sich der milliardenschweren Übernahme des US-Software-Anbieters Peoplesoft durch Oracle zu Jahresbeginn noch einmal verschärft.

SAP hatte zuletzt signalisiert, dass das Unternehmen nicht auf die Übernahme von Retek angewiesen sei. "Wir sind nicht auf dem Trip, dass wir mit Not ein Loch füllen müssen", hatte SAP-Chef Kagermann gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters in der vergangenen Woche noch gesagt. Allerdings passe Retek ins Portfolio von SAP, hatte Kagermann das ursprüngliche Übernahmeangebot im Wert von rund einer halben Milliarde Dollar begründet. Durch die Aufstockung erhöht sich das Volumen auf rund 580 Millionen Dollar (rund 435 Millionen Euro).

Als Oracle-Chef Larry Ellison vor wenigen Tagen das SAP-Angebot überboten hatte, erklärten Analysten, sie hielten einen Bieterwettkampf zwischen den beiden Konzernen für wahrscheinlich. Allerdings würden die Walldorfer das Unternehmen Retek nicht um jeden Preis kaufen wollen. "SAP ist im Grunde sehr bodenständig. Deshalb wird der Preiskampf nicht in unendliche Höhen steigen", erklärte etwa Analystin Alla Gorelova vom Bankhaus Sal. Oppenheim.

Mit einem deutlichen Kurssprung im vorbörslichen Geschäft hat die Aktie von Retek am Donnerstag auf die Erhöhung des Übernahmeangebots durch SAP reagiert. Die an der Nasdaq geführte Retek-Aktie gewann zuletzt 5,51 Prozent auf 11,10 US-Dollar.