Überraschend: Fusion der Bier-Riesen geplatzt - DER SPIEGEL
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Überraschend Fusion der Bier-Riesen geplatzt

Die Übernahmegespräche zwischen dem Getränkekonzern Brau und Brunnen und der zur Schörghuber-Gruppe gehörenden Bayerischen BrauHolding (BBH) sind im letzten Moment gescheitert. Bei der Bewertung der Unternehmen habe es Differenzen gegeben, hieß es.
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München - Der Vorstand der BBH teilte am Montag in München mit, dass sich die beiden Partner nicht über einheitliche Bewertungskriterien einigen konnten. Deshalb sähen die Vorstände keine Möglichkeit, den Fusionsprozess im ursprünglich vorgenommenen Zeitrahmen und in der beabsichtigten Form über die Bühne zu bringen.

Die Aufsichtsräte beider Unternehmen hatten die Übernahme bereits abgenickt. Die BBH-Führung hatte nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen jedoch kalte Füße bekommen. Der Sanierungsbedarf beim angeschlagenen Dortmunder Getränkeriesen Brau- und Brunnen (Schultheiss, Schlösser, Jever) sei größer als erwartet, hieß es aus Unternehmenskreisen. Die Fusion sei eine Nummer zu groß.

Brau und Brunnen gilt in der Branche seit langem als marode. Der Bierabsatz sinkt, im ersten Halbjahr 2000 erwirtschaftete das Unternehmen bei einem Umsatz von 711 Millionen Mark einen Verlust von 18 Millionen Mark. Die BBH (Paulaner, Hacker-Pschorr) ist hingegen profitabel: Der Überschuss betrug letztes Jahr 35 Millionen Mark.

Die bayerische HypoVereinsbank, mit 55 Prozent Hauptanteilseigner der Brau und Brunnen, hatte die Übernahme durch die BBH vorangetrieben. Entstanden wäre der größte deutsche Bierkonzern mit einem Marktanteil von elf Prozent.

Auf der Hauptversammlung der Schörghuber-Gruppe im August hatten einzelne Kleinaktionäre die Fusionspläne bereits kritisiert und dem Konzernchef Stefan Schörghuber "Größenwahn" vorgeworfen.