Überraschende Trendwende US-Wirtschaft wächst wieder
Washington - Finanzexperten hatten eigentlich mit einem weiteren Rückgang des Wachstums gerechnet, im Durchschnitt war ein Minus von 0,9 Prozent vorausgesagt worden. Tatsächlich aber legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) nach ersten Schätzungen um 0,2 Prozent zu. Nach einem Rückgang von 1,3 Prozent im dritten Quartal scheint die Trendwende geschafft. Die endgültigen Zahlen werden erst in einigen Wochen vorliegen.
Grund für den überraschenden Anstieg sind nach Angaben des US-Handelsministeriums die deutlich höheren Verbraucher- und Staatsausgaben. Die Unternehmen hätten Lagerbestände in Rekordhöhe aufgelöst, hieß es. Die Verbraucherausgaben stiegen um 5,4 Prozent und damit so stark wie zuletzt vor zwei Jahren. Großen Anteil daran hatten die günstigen Finanzierungsangebote der Automobilindustrie. Einen neuen Spitzenwert machten die Statistiker auch bei den Ausgaben der öffentlichen Hand aus. Sie lagen bei 9,2 Prozent und damit so hoch wie zuletzt vor 15 Jahren,
Für das Gesamtjahr 2001 wurde hingegen nur ein Wachstum von 1,1 Prozent ermittelt. Dies war der geringste Anstieg des BIP seit 1991. Auch damals befanden sich die USA in einer Rezession.
Nahezu einmütig rechneten die Analysten damit, dass die US-Notenbank bei ihrer Sitzung am Mittwochabend die Leitzinsen unverändert lässt. Einige wollten nicht ausschließen, dass die erste Zinserhöhung schneller kommen könnte als erwartet. Die Fed hatte die Zinsen im vergangenen Jahr elfmal um insgesamt 475 Basispunkte gesenkt.