Überraschung China baut eigenen Transrapid
Peking - Die Siemens-Ingenieure in China staunten nicht schlecht, als sie die Meldungen in den heimischen Tageszeitungen lasen. Die hatten in großen Lettern auf der ersten Seite von der ersten öffentlichen Testfahrt eines Magnetschwebezugs berichtet, der am Wochenende auf einem Gelände der Nationalen Verteidigungshochschule stattgefunden hatte.
Wie die Tageszeitung "Die Welt" berichtet, liefen die Vorbereitungen für den großen Rollout bereits seit sechs Monaten unter strengster Geheimhaltung. Ein Mitarbeiter des Transrapid-Konsortialpartners ThyssenKrupp zeigte sich entsprechend verblüfft: "Wir wussten von Experimenten, aber nicht, dass sie schon so weit sind", zitiert die "Welt" den Ingenieur.
Allerdings soll der chinesische Transrapid nicht ganz die Leistungswerte seines deutschen Vorbilds erreichen. Die 15 Meter langen Triebwagen bieten Platz für 130 Passagiere und erreichen eine Höchstgeschwindigkeit von 150 Stundenkilometern. Das Original ist fast dreimal so schnell.
Chefingenieur Chang Wensen sieht denn auch heimischen Schwebezug weniger als direkte Konkurrenz zum Transrapid. Vielmehr soll er eine preisgünstige Alternative für den Nahverkehr darstellen. Die Magnetbahn sei ein ideales innerstädtisches Verkehrsmittel für China.