+++ Minutenprotokoll des letzten Prozesstags +++ Deutschland diskutiert das Hoeneß-Urteil
Politik, Kirche, Bundesliga, Twitter, Medien: Niemanden, so scheint es, lässt das Urteil im Fall Hoeneß kalt. Es wird diskutiert, gelobt, gespottet und geschimpft. Der Prozesstag und die Reaktionen zum Nachlesen.
Anwalt Hanns W. Feigen (li.), Uli Hoeneß: Revision angekündigt
Foto: Pool/ Getty Images
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?
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Florian Harms
Und hier ist zum Abschluss der Bericht unserer Reporter in München vom letzten Prozesstag. "Hoeneß' immer wieder bemühte Vorbildrolle ist jetzt endgültig Geschichte", schreiben Rafael Buschmann und Björn Hengst.
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stern
#Hoene ß regt moralische, rechtl. und polit. Diskussionen an – und verstört. Ein Kommentar von @florianguessgen . bit.ly/1cX7AQ5 (jr)
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Isabell Prophet
Mehr Pressekommentare:
• Lübecker Nachrichten: "Hoeneß hält sich an die Spielregeln, wenn er diese Regeln selbst bestimmt"
• Aachener Zeitung: "...hat Uli Hoeneß ein gravierendes persönliches Problem mit seiner Zockerei."
• Heilbronner Stimme: "Der Begriff des Steuersünders ist - nicht nur im aktuellen Fall - falsch gewählt und viel zu verharmlosend."
• Nürnberger Nachrichten: "Hoeneß war nicht naiv oder unwissend oder nur dumm."
• Lübecker Nachrichten: "Hoeneß hält sich an die Spielregeln, wenn er diese Regeln selbst bestimmt"
• Aachener Zeitung: "...hat Uli Hoeneß ein gravierendes persönliches Problem mit seiner Zockerei."
• Heilbronner Stimme: "Der Begriff des Steuersünders ist - nicht nur im aktuellen Fall - falsch gewählt und viel zu verharmlosend."
• Nürnberger Nachrichten: "Hoeneß war nicht naiv oder unwissend oder nur dumm."
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Isabell Prophet
Wer den Schaden hat... eine Dating-App wirbt bei Twitter mit Uli H. und Alice S.
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Isabell Prophet
Das schreiben die anderen:
• Frankfurter Rundschau: "Vorbei ist es auch mit seiner Rolle als öffentlicher Mahner, als vermeintliches Leit- und Vorbild"
• Hessesche Niedersächsische Allgemeine: "Mitleid ist fehl am Platz."
• Süddeutsche Zeitung: "Persönlich kann einem Hoeneß leidtun."
• Badisches-Tagblatt: "Für Uli Hoeneß als Mensch ist das Urteil eine Tragödie."
• Offenburger Tageblatt: "Die Verurteilung zu einer Haftstrafe von dreieinhalb Jahren bedeutet nichts anderes als Gerechtigkeit."
• Frankfurter Rundschau: "Vorbei ist es auch mit seiner Rolle als öffentlicher Mahner, als vermeintliches Leit- und Vorbild"
• Hessesche Niedersächsische Allgemeine: "Mitleid ist fehl am Platz."
• Süddeutsche Zeitung: "Persönlich kann einem Hoeneß leidtun."
• Badisches-Tagblatt: "Für Uli Hoeneß als Mensch ist das Urteil eine Tragödie."
• Offenburger Tageblatt: "Die Verurteilung zu einer Haftstrafe von dreieinhalb Jahren bedeutet nichts anderes als Gerechtigkeit."
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Isabell Prophet
Hoeneß war heute übrigens nicht der einzige Steuerstünder. Auch im zweiten Münchner Steuerprozess des Tages geht es voran: Der Wiesn-Wirt Sepp Krätz gestand Steuerhinterziehung von mehr als einer Million Euro. In seinem Oktoberfestzelt "Hippodrom" soll der Champagner an den Büchern vorbeigeflossen sein. Im Vergleich zum Ausmaß des Hoeneß-Prozesses galt für Krätz aber wohl eher das Monaco-Franze-Motto: "A bisserl was geht immer".
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ZDF heute
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Alexander Demling
Wegen Steuerhinterziehung droht Uli Hoeneß eine Gefängnisstrafe. Finden Sie es richtig, dass Steuersünder eingesperrt werden?
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Henning Jauernig
"Es handelt sich um einen besonders schweren Fall von Steuerhinterziehung", sagt Staatsanwalt Achim von Engel. Eine wirksame Selbstanzeige, die die Verfolgung verhindern würde, läge nicht vor. Eine Selbstanzeige müsse zumindest so viele Angaben enthalten wie eine Steuererklärung. "Das ist bis heute nicht der Fall", sagt von Engel. Für Hoeneß spreche zwar, dass er ein Geständnis abgelegt habe, nicht vorbestraft sei und unter einer großen psychischen Belastung stehe. Gewichtige Milderungsgründe, die eine Bewährungsstrafe rechtfertigten, seien das aber nicht.
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Alexander Demling
Jetzt beginnt Uli Hoeneß' Verteidiger Hanns Feigen sein Plädoyer.
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Alexander Demling
Folgt das Gericht dem Antrag des Staatsanwaltes, müsste Uli Hoeneß auf jeden Fall ins Gefängnis. Bei einem Strafmaß von mehr als zwei Jahren ist eine Bewährungsstrafe ausgeschlossen.
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Alexander Demling
Die Staatsanwaltschaft fordert fünfeinhalb Jahre Haft für Uli Hoeneß
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Alexander Demling
Aktuell plädiert Staatsanwalt Achim von Engel. Danach kommt die Verteidigung an die Reihe. Das letzte Wort, bevor das Urteil gesprochen wird, bekommt dann Uli Hoeneß selbst.
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Alexander Demling
Ein Urteil am Donnerstag sei gut möglich, sagte Gerichtssprecherin Andrea Titz vor Prozessbeginn, "sollten keine weiteren Beweisanträge gestellt werden". Diese Bedingung ist nun erfüllt. Richter Heindl hat die Beweisaufnahme geschlossen.
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Henning Jauernig
Richter Heindl hat die Beweisaufnahme geschlossen. Staatsanwalt Achim von Engel beginnt sein Plädoyer.
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Henning Jauernig
Wie viel muss Hoeneß zahlen? Die 27,2 Millionen Euro Steuerschuld waren bislang eine Hochrechnung der Steuerfahnderin und sind nur strafrechtlich relevant - nach dieser Summe bemisst das Gericht das Strafmaß für Hoeneß. Doch die genaue Steuerschuld von Hoeneß wird das Finanzamt nach dem Urteil genau ausrechnen.
Die "SZ" rechnet im Falle einer Verurteilung vor: „Wenn man rund 30 Millionen Euro an tatsächlicher Steuerschuld zugrunde legen würde, kämen seit 2006 im Falle einer Verurteilung jährliche Zinsen von sechs Prozent auf Hoeneß zu.“ Dann würden aus 30 Millionen rund 48 Millionen.
Der Richter könnte die Selbstanzeige auch als vollständig ansehen und Hoeneß freisprechen. Auch dann muss Hoeneß zahlen. Pro Vergehen muss er dann eine Einmalzahlung in Höhe von fünf Prozent zahlen.
Die "SZ" rechnet im Falle einer Verurteilung vor: „Wenn man rund 30 Millionen Euro an tatsächlicher Steuerschuld zugrunde legen würde, kämen seit 2006 im Falle einer Verurteilung jährliche Zinsen von sechs Prozent auf Hoeneß zu.“ Dann würden aus 30 Millionen rund 48 Millionen.
Der Richter könnte die Selbstanzeige auch als vollständig ansehen und Hoeneß freisprechen. Auch dann muss Hoeneß zahlen. Pro Vergehen muss er dann eine Einmalzahlung in Höhe von fünf Prozent zahlen.
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Alexander Demling
Die Lippen gepresst: Hoeneß am vierten Verhandlungstag (Foto: dpa)
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Alexander Demling
Zwischen Einstellung des Verfahrens und zehn Jahren Haft für Uli Hoeneß ist heute alles möglich. Sieht das Gericht Hoeneß' Steuerhinterziehung als besonders schweren Fall, ist die Höchststrafe drin. Erachten sie dagegen seine Selbstanzeige für gültig, könnte das Verfahren eingestellt werden. Die Steuerschuld plus Zinsen müsste er aber in jedem Fall bezahlen.
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Alexander Demling
Der vierte Verhandlungstag hat begonnen.
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Alexander Demling
Hoeneß tritt in den Gerichtssaal. Seine Miene ist selbst beim Lächeln angespannt.
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Henning Jauernig
In wenigen Minuten beginnt der vierte Prozesstag. Zunächst soll am Vormittag die Beweisaufnahme abgeschlossen werden, danach werden die Staatsanwaltschaft und die Verteidigung ihre Plädoyers halten. Am Nachmittag könnte dann ein Urteil verkündet werden.
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Alexander Demling
Übrigens wird Uli Hoeneß den Gerichtssaal heute in jedem Fall als freier Mann verlassen - vorerst zumindest. Auch wenn eine Gefängnisstrafe verhängt wird, liegen zwischen Urteil und Haftantritt oft mehrere Monate.
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Alexander Demling
Uli Hoeneß kommt am Justizpalast an (Foto: dpa)
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Rafanelli
Polizei droht im Saal damit, alle eingeschalteten Handys einzusammeln. / gesendet von meinem IPhone / #Hoeness
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Alexander Demling
Der Ex-Steuerfahnder Frank Wertheim kann sich vorstellen, dass der Prozess mit einer freudigen Überraschung für Uli Hoeneß endet. Im Interview mit dem Deutschlandfunk nennt Wertheim die Selbstanzeige des Bayern-Präsidenten die "komplizierteste Selbstanzeige, die wohl je vor Gericht gelandet ist."
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