Ultraleicht-Flieger: Lifestyle in der Luft - DER SPIEGEL
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Ultraleicht-Flieger Lifestyle in der Luft

Eine neue Flugzeugklasse oberhalb der Ultraleicht-Flieger soll ganz neue Käuferschichten ansprechen. Ein US-Unternehmen bringt den Flieger jetzt als Lifestyle-Gerät für betuchte Kunden auf den Markt.
Von Gregor Honsel
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Das Armaturenbrett der Icon A5 stünde auch einem Sportwagen gut zu Gesicht: Die Instrumente sind in eine durchgestylte Plastiklandschaft eingebettet, selbst an einen Steckplatz für den iPod haben die Designer gedacht.

Nur der Steuerknüppel verrät, dass die Maschine Vertreterin einer neuen Flugzeugklasse ist – der Light Sport Aircrafts (LSA). Der ehemalige Kampfpilot Kirk Hawkins, Chef und Gründer von Icon Aircraft, will mit der A5 ganz neue Käuferschichten ansprechen. Er positioniert den Flieger als Lifestyle-Gerät für diejenigen, die schon ausreichend Wasser-Jets, Motorräder und Sportwagen in der Garage stehen haben.

Entsprechend bequem soll die Handhabung des Fluggeräts sein: Die Tragflächen mit einer Spannweite von zehn Metern lassen sich automatisch vom Cockpit aus nach hinten klappen, so dass der Zweisitzer einfach auf einen Trailer verladen oder in großen Garagen geparkt werden kann.

Dank kleiner Schwimmflügel und einziehbarem Fahrwerk kann die A5 sowohl von Land als auch vom Wasser aus starten – ideal für das Inselhüpfen auf den Bahamas, wie einer der Gäste bei der Präsentation des Prototyps erkannte. Der 100 PS starke Motor schluckt Auto- oder Flugbenzin und ermöglicht eine Reisegeschwindigkeit von knapp 200 Kilometern pro Stunde.

Für die Sicherheit sorgt optional ein eingebauter Fallschirm, der das gesamte Flugzeug trägt. Seit Juni nimmt Icon Bestellungen für das in der Basisversion 139.000 Dollar teure Fluggerät entgegen; noch in diesem Jahr soll die erste Maschine fliegen, für 2010 ist die Auslieferung an Kunden anvisiert. Illustre Investoren wie die Internet-Pionierin Esther Dyson sollen sicherstellen, dass die Liquidität bis zur Serienproduktion reicht.

Die US-Luftfahrtbehörde FAA hatte das LSA-Segment zwar schon 2004 eingeführt, doch erst jetzt bringen große und kleine Hersteller verstärkt eigens für diese Kategorie entwickelte Maschinen wie die A5 auf den Markt.

LSA dürfen mit einem Maximalgewicht von 600 Kilogramm schwerer sein als Ultraleicht-Flieger, unterliegen aber großzügigeren Wartungsbestimmungen und können mit einer weniger anspruchsvollen Lizenz geflogen werden als klassische Sportflugzeuge. Ein gültiger Pkw-Führerschein ersetzt dabei die flugmedizinische Tauglichkeitsprüfung.


© Technology Review , Heise Zeitschriften Verlag, Hannover