Umfrage: Deutsche Wirtschaft bleibt zuversichtlich - DER SPIEGEL
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Umfrage Deutsche Wirtschaft bleibt zuversichtlich

Die Krise an den Finanzmärkten, Konjunktursorgen oder die immer stärker werdende Konkurrenz aus China fechten die deutsche Wirtschaft nicht an: Die Mehrzahl der Verbände erwartet steigende Umsätze. Mit einer Negativbilanz rechnen dagegen nur wenige.
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Köln/Frankfurt am Main – Selten war so viel Optimismus: Wie aus der heute veröffentlichten Verbandsumfrage des arbeitgebernahen Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) hervorgeht, erwarten immerhin 25 der 45 befragten Verbände 2008 leichte Zuwächse bei Produktion oder Umsatz. Speziell Maschinen- und Anlagenbauer gingen von deutlich besseren Geschäften im kommenden Jahr aus, hieß es. Nur vier Branchen rechnen der Umfrage zufolge mit einem leichten Rückgang der Umsätze, darunter die Banken. 16 Verbände rechnen mit Neueinstellungen, lediglich sechs mit Personalabbau. Weniger Stellen könnte es demnach unter anderem bei Versicherungen und im Baugewerbe geben.

Von geringfügig schlechteren Geschäften im nächsten Jahr gehen der Umfrage zufolge neben den Banken nur die keramische Industrie, die Kunststoffverarbeitung und die Druckindustrie aus. Optimistisch zeigten sich die meisten Wirtschaftszweige bei der Frage nach der Entwicklung der Investitionen: 25 Branchenverbände rechnen demnach mit Investitionen in der Höhe des Vorjahres, 14 sogar mit einer höheren Investitionstätigkeit, darunter die Chemische Industrie und die Entsorgungswirtschaft. Mit geringeren Investitionen als 2007 kalkulieren gerade einmal sechs Sparten, darunter der Einzelhandel, das Handwerk sowie die Eisen- und Stahlindustrie.

IW-Direktor Michael Hüther wertete das Umfrageergebnis als Beleg, "dass wir nach wie vor von der florierenden Weltwirtschaft profitieren, aber auch die Binnennachfrage positive Wirtschaftsimpulse gibt". Zwar sei die Stimmung in der Wirtschaft nicht mehr so herausragend wie im vergangenen Jahr, von Trübsinn könne gleichwohl keine Rede sein. In der aktuellen Umfrage schätzten immerhin zehn Branchen die Lage besser ein als noch zum Jahreswechsel 2006/2007. Weitere 23 Verbände bezeichneten ihre Situation als unverändert, zwölf allerdings meldeten eine Verschlechterung.

Hüther hob hervor, dass die erfreuliche Entwicklung von Produktion und Umsatz und die weiterhin rege Investitionstätigkeit auch den deutschen Arbeitsmarkt belebten. Zugleich warnte der IW-Direktor allerdings vor allzu großer Euphorie, da vor allem die außenwirtschaftlichen Konjunkturrisiken größer geworden seien.

Auch der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-Jürgen Weise, erwartet für 2008 trotz der Konjunkturrisiken einen weiteren Rückgang der Arbeitslosigkeit. "In der Summe gehen wir davon aus, dass wir auf 3,5 Millionen Arbeitslose herunterkommen", sagte Weise den "Lübecker Nachrichten". In diesem Jahr lag die Arbeitslosenzahl bei durchschnittlich 3,8 Millionen.

Das Argument, dass Mindestlöhne Geringqualifizierten die Chance auf Arbeit nähmen, ließ Weise nicht gelten. "Generell gefährden Mindestlöhne nicht die Arbeitsplätze", sagte der BA-Chef. Voraussetzung sei allerdings, dass die Festsetzung in der Hand der Tarifparteien liege.

mik/AFP/AP/dpa