Umfrage-Ergebnisse: Der miserable Image europäischer Top-Manager - DER SPIEGEL
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Umfrage-Ergebnisse Der miserable Image europäischer Top-Manager

Sie gelten als unehrlich, überbezahlt und inkompetent: Bei den Bürgern haben Europas Spitzenmanager einer Umfrage zufolge einen furchtbaren Ruf. Zum Ärger der Chefs ist in den letzten Jahren auch noch die Chance gestiegen, dass sie unrühmlich rausgeworfen werden.
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Nürnberg/London - Nur 21 Prozent der Befragten halten Europas Vorstandsvorsitzende für ehrlich, 70 Prozent finden ihre Bezüge übertrieben großzügig. Nur 18 Prozent halten es für richtig, dass Chefs darüber entscheiden dürfen, große Teile ihrer Belegschaften zu entlassen. Das sind einige Ergebnisse der Umfrage, die die Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung und das "Wall Street Journal Europe" erstellt haben. Für die Studie wurden 13.000 Menschen in 14 europäischen Ländern befragt.

Dabei fallen einige nationale Unterschiede auf: Während sich Briten ganz besonders häufig der Meinung anschließen, dass CEOs zu viel verdienen, ist mehr als die Hälfte der Dänen davon überzeugt, dass Top-Manager genau richtig entlohnt werden. Zwei von drei der in Westeuropa Befragten meinten, dass Spitzenmanager gesetzlich dazu verpflichtet sein sollten, alle Bezüge und Vergünstigungen offen zu legen.

Kaum Sozialneid bei den Dänen

Bei der Frage, ob für Manager ein Höchsteinkommen staatlich festgesetzt werden sollte, gibt es deutliche Unterschiede zwischen Ost und West: In den postkommunistischen Ländern Ungarn, Tschechien und Polen befürworteten dies insgesamt drei Viertel der Befragten. Dagegen sprechen sich die Befragten in Dänemark mit 67 Prozent aus, gefolgt von Deutschland mit 57 Prozent und Holland mit 56 Prozent.

Generell stehen Vorstandsvorsitzende der Umfrage zufolge in dem Ruf, sich in erster Linie nur um ihre eigenen Interessen zu kümmern. 83 Prozent aller Befragten sehen dies so. In Deutschland, Holland, Spanien und Polen glauben jeweils nur 15 Prozent an die Ehrlichkeit der Führungskräfte.

Dabei ist einer anderen Studie zufolge für europäische Chefs das Leben bedeutend härter als für ihre Kollegen in den USA oder Asien. Wie die "Financial Times" unter Berufung auf eine Untersuchung von Booz Allen Hamilton schreibt, bleiben europäische Vorstandsvorsitzende in großen Aktiengesellschaften im Schnitt nur 6,5 Jahre in ihrer gehobenen Position. In Amerika sind es dagegen 9,5 Jahre, in Asien immerhin 6,8. Dass Asiaten ebenfalls auf vergleichsweise kurze Amtszeiten kommen, liege aber daran, dass sie meist erst in hohem Alter an die Konzernspitzen aufrücken. Zugleich würden europäische Chefs häufiger gegen ihren Willen entlassen als ihre Kollegen in Asien oder Amerika, schreibt die Zeitung.