Umfrage Manager ignorieren Gefahr von Jobverlust
Hamburg - Ebenfalls nur 27 Prozent gaben an, sich je in der Vergangenheit Sorgen um den Arbeitsplatz gemacht zu haben, wie eine Befragung von 1000 Führungskräften durch die Freiburger Unternehmensberatung Saaman Consultants ergab.
Die Ergebnisse stehen im krassen Widerspruch zu jüngsten Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt für Führungskräfte: So laufen zum Beispiel bei DaimlerChrysler, TUI oder Volkswagen umfangreiche Programme zum Stellenabbau bei leitenden Angestellten.
Die Selbsteinschätzung der Manager weicht laut Personalexperte Wolfgang Saaman oft von der Realität ab: "Die Wahrscheinlichkeit, dass Manager ihren Job verlieren, war nie größer als heute", sagte er. "Die Leute lassen ganz offensichtlich die vielen Meldungen über Entlassungen, die zunehmend auch die leitenden Angestellten betreffen, nicht an sich herankommen."
Die Umfrage ergab außerdem, dass das Verhältnis der Führungskräfte zu ihren Unternehmen intakt ist. 88 Prozent der Befragten gaben ihrer Identifikation mit ihrem Arbeitgeber die Noten eins oder zwei. Auch das Klima in ihrem direkten Unternehmensumfeld bewerteten 22 Prozent mit der Note eins und 64 Prozent mit der Note zwei. Saaman: "Diese Stimmungslage kann nur positiv für das Geschäft und die Mitarbeiterführung sein."
Auch die Frage nach der sogenannten inneren Kündigung gibt diesen Gesamteindruck der Studie wieder. So erklärten lediglich fünf Prozent der Befragten, sie hätten sich innerlich von ihrem Unternehmen verabschiedet. Noch vor wenigen Jahren, so schätzt Saaman aus seiner beruflichen Beraterpraxis, habe rund ein Drittel aller Manager diese Einstellung gehabt.
mik/AP