Umfrage: Mittelstand erwartet massiven Jobabbau - DER SPIEGEL
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Umfrage Mittelstand erwartet massiven Jobabbau

Düstere Aussichten für den deutschen Jobmarkt: Einer Umfrage zufolge hat die Rezession Deutschlands Arbeitgeber Nummer eins mit voller Wucht erfasst. Rund jeder vierte Betrieb im Mittelstand erwägt demnach Stellenstreichungen.
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Frankfurt am Main - Der Mittelstand, Deutschlands wirtschaftliches Rückgrat, ist nach eigener Einschätzung tief in den Sog der Rezession geraten. Einer Umfrage der DZ Bank zufolge erwarten mehr Firmen in den nächsten sechs Monaten eine Verschlechterung der Lage als eine Verbesserung.

Metallindustrie: Die Rezession erfasst den Mittelstand mit voller Wucht

Metallindustrie: Die Rezession erfasst den Mittelstand mit voller Wucht

Foto: DPA

"Zum ersten Mal seit Bestehen der Befragung 1995 sind damit die Pessimisten in der Überzahl", kommentierte Chefvolkswirt Hans Jäckel die am Mittwoch vorgelegten Ergebnisse. "Und auch als größter Optimist kann man im Moment keinen Lichtblick für den Mittelstand erkennen."

Fast 60 Prozent der Befragten sehen die milliardenschweren Konjunkturprogramme der Bundesregierung (siehe Grafik) skeptisch. Sie rechnen nicht damit, durch die Maßnahmen zusätzliche Aufträge zu erhalten. Insbesondere den exportorientierten mittelständischen Firmen würden die Staatshilfen wenig helfen, betonte DZ-Bank-Vorstand Thomas Duhnkrack.

Jäckel sprach vom stärksten Einbruch der Geschäftslage seit Beginn der Umfrage. Ein Ende der Finanz- und Wirtschaftskrise erwartet eine Mehrzahl erst im nächsten Jahr. Rund jeder vierte Betrieb denke an Jobabbau. Die Folgen wären verheerend: Die kleinen und mittelgroßen Firmen bilden mit großem Abstand die Mehrzahl der deutschen Unternehmen und sind auch Arbeitgeber Nummer eins.

Auch Experten sorgen sich zunehmend um den Jobmarkt. Die Kurzarbeit, die einzig wirksame Maßnahme, die bislang verhindert hat, dass die Arbeitslosenzahlen nach oben schnellen, stößt immer offensichtlicher an ihre Grenzen.

"Es ist gängige Praxis in vielen Unternehmen, nur sechs bis acht Monate kurz arbeiten zu lassen", sagte IAB-Ökonomin Sabine Klinger am Montag zu SPIEGEL ONLINE. Dann sondierten die Konzerne erneut die Marktlage. Zeichne sich ein baldiger Aufschwung ab, würden vermutlich viele die Kurzarbeit verlängern, um wertvolle Fachkräfte zu halten. Blieben die Aussichten indes düster oder auch nur diffus, könnten an vielen Stellen Kurzarbeiter zu Arbeitslosen werden. "Diesen Herbst werden in vielen Unternehmen weitreichende Entscheidungen über die Zukunft der Mitarbeiter gefällt", sagt Klinger.

Erst am Mittwochnachmittag hat die Bundesregierung ihre Konjunkturprognose scharf nach unten revidiert. Demnach schrumpft die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr um mindestens fünf Prozent. Der Internationale Währungsfonds (IWF) geht gar von einem Konjunktureinbruch von 5,6 Prozent aus.

ssu/Reuters