Umsatzeinbruch: Post-Chef Appel kündigt Sparplan an - DER SPIEGEL
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Umsatzeinbruch Post-Chef Appel kündigt Sparplan an

Auch die Deutsche Post bekommt die Konjunkturflaute zu spüren: Insgesamt werden weniger Briefe geschrieben. Der Umsatz des Konzerns ging deshalb im ersten Quartal deutlich zurück - ein Grund mehr für Post-Chef Appel, von seinen Briefträgern längere Arbeitszeiten zu fordern.
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Bonn - Die Wirtschaftskrise trifft auch die Deutsche Post: Zum Jahresauftakt ging der Umsatz auf 11,5 Milliarden Euro zurück - verglichen mit dem Vorjahreszeitraum ist das ein Einbruch von 12,9 Prozent. Hintergrund sei der beispiellose Nachfrageeinbruch über alle Regionen und Branchen hinweg, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Bonn mit.

Der Gewinn vor Zinsen und Steuern fiel von 539 Millionen Euro auf 27 Millionen Euro. Hier wirkten sich hauptsächlich Einmalbelastungen im Zusammenhang mit der Restrukturierung des DHL-Express-Geschäfts in den USA aus. Vor Einmaleffekten sank das Ebit binnen Jahresfrist um gut 42 Prozent auf 312 Millionen Euro.

Trotzdem gibt sich der Konzern optimistisch: Man gehe davon aus, dass im ersten Quartal die Talsohle erreicht ist.

Gleichzeitig kündigte Post-Chef Frank Appel Kostensenkungen an: Im Briefbereich, wo der Umsatz um 4,5 Prozent auf 3,486 Milliarden Euro und das Ebit um 25,5 Prozent auf 407 Millionen Euro schrumpften, plant er "strukturelle Änderungen". Was das konkret heißt, hatte Appel schon am Dienstag zu erkennen gegeben: Die Post-Mitarbeiter in der Briefzustellung sollen ohne Lohnausgleich länger arbeiten.

Der Vorstand wolle mit den Gewerkschaften über längere Arbeitszeiten und eine Verschiebung der für Dezember geplanten Gehaltserhöhung von drei Prozent verhandeln. Derzeit arbeiten die Briefträger der Post 38,5 Stunden pro Woche.

Das Expressgeschäft will Appel zudem schlanker und schlagkräftiger machen. Er bekräftigte erneut, bis 2010 konzernweit eine Milliarde Euro einsparen zu wollen, um im Gesamtjahr 2009 die Verlustzone zu verlassen. "Die Ergebnisse im ersten Quartal sind nicht überwältigend, aber unter den gegebenen Umständen zufriedenstellend", bilanzierte er.

Die Post verfehlte die Erwartungen des Marktes bei Umsatz und Nettoergebnis leicht. Analysten hatten im Schnitt mit einem Umsatz von 11,892 Milliarden Euro, einem Ebit vor Einmaleffekten von 290 Millionen Euro und einem Überschuss von 963 Millionen Euro gerechnet. Insgesamt bewegten sich die Zahlen aber im Rahmen der Erwartungen, urteilten die Analysten der DZ Bank.

Post- und Logistikkonzerne wie die Deutsche Post, TNT, FedEx und UPS gelten als Gradmesser der konjunkturellen Entwicklung, da sich Auf- oder Abschwünge unmittelbar auf ihre Umsätze auswirken. In der Flaute schnallen die Kunden den Gürtel enger und geben weniger Sendungen auf. Die Wettbewerber haben deshalb ähnlich wie die Post mit Umsatz- und Gewinnrückgängen zu kämpfen und versuchen, mit Sparpaketen gegenzusteuern.

wie/dpa/reuters/ddp

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