Umsatzminus: Deutsche treten in Kneipen-Streik - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Umsatzminus Deutsche treten in Kneipen-Streik

So deutlich war der Rückgang seit 1990 nicht mehr: Kneipenwirte, Restaurants und Hoteliers haben 2002 gravierend weniger eingenommen als im Jahr davor. Zum Jahresende wurde die kritische Lage noch schlimmer.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Wiesbaden - Viele Gastwirte haben es beim Blick in ihre Bücher ohnehin schon gewusst, nun ist der Befund offiziell: Das statistische Bundesamt in Wiesbaden hat errechnet, dass das Gastgewerbe 2002 nominal vier Prozent weniger einnahm als 2001. Real, also um die Inflation bereinigt, gingen die Umsätze sogar um 7,3 Prozent zurück, so die Mitteilung des Amtes.

Zum Jahresende beschleunigte sich die Talfahrt noch. So setzten Gastwirte und Hoteliers im Dezember nominal 8,5 Prozent und real 11,4 Prozent weniger um als ein Jahr zuvor. Von November auf Dezember gingen die Umsätze real um 1,6 Prozent zurück.

Der gemessene Rückgang war der stärkste, seitdem die Statistik für das 1990 wiedervereinigte Deutschland angefertigt wird. Ein Umsatzminus verbuchte die Branche zuletzt 1998, damals fiel der Rückgang aber deutlich geringer aus.

Unter dem Konsumstreik litten alle Bereiche der Branche. So setzten die Gastwirte real 8,3 Prozent weniger um, hier brachen die Einnahmen im Dezember um 13 Prozent ein. Das Hotelgewerbe verzeichnete im Gesamtjahr ein Minus von 5,9 Prozent, Kantinen und Caterer nahmen inflationsbereinigt 7,3 Prozent weniger ein.