UMTS-Auktion: Bieterrennen eröffnet - DER SPIEGEL
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UMTS-Auktion Bieterrennen eröffnet

Bei dem Milliardenpoker um die zwölf UMTS-Frequenzblöcke wird ein harter Kampf erwartet. Die Schlacht um die Lizenzen kann im Internet live verfolgt werden.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Mainz - Der Startschuss für das voraussichtlich milliardenschwere Wettbieten um die Konzessionen für den multimediafähigen Mobilfunk der Zukunft ist gefallen. Der Präsident der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post, Klaus-Dieter Scheurle, und Wirtschafts-Staatssekretär Siegmar Mosdorf eröffneten am Montagvormittag die Auktion, bei der sieben Unternehmen und Konsortien aus dem In- und Ausland um vier bis sechs UMTS-Lizenzen pokern. Die Schätzungen über den Erlös reichen von 20 Milliarden bis 120 Milliarden Mark. Der Bund, der die knappen Frequenzen vergibt, will die Einnahmen zur Tilgung der Staatsschulden verwenden.

Scheurle betonte zur Eröffnung, die Auktion sei von überragender Bedeutung und stoße auf weltweites Interesse. Mosdorf sagte, der neue Mobilfunkstandard werde die deutsche Volkswirtschaft fundamental verändern und ihr enorme Vorteile bringen. Mit der Versteigerung der UMTS-Frequenzen werde ein "Fenster zum Weltmarkt des 21. Jahrhunderts" geöffnet. Deutschland sei im Begriff, bei der Informations- und Kommunikationstechnologie zur Spitzengruppe der USA und der skandinavischen Länder aufzuschließen. Die Bundesregierung habe alles getan, um ein faires und transparentes Verfahren zur Vergabe der Lizenzen zu bekommen.

Auf der Internetseite  der Regulierungsbehörde können sich Internet-Nutzer mit umfangreichen Tabellen und einer Live-Kamera stets über den jeweils letzten Stand der Auktion informieren. Seit Beginn der Auktion ist der Server jedoch völlig überlastet. Spannung scheint bei der Versteigerung vorprogrammiert: Branchenbeobachter sind sich uneins, wie viele der sieben Bieter eine der begehrten UMTS-Lizenzen bekommen werden.

Der Präsident der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post, Klaus-Dieter Scheurle, erwartet, dass sich nach Abschluss der heute beginnenden Auktion vier Unternehmensgruppen die begehrten UMTS-Mobilfunklizenzen teilen werden. "Es ist gut möglich, dass wir am Ende nur vier Bieter haben, die jeweils drei Frequenzpakete übernehmen", sagte Scheurle der "Bild am Sonntag". Die Zahl der Wettbewerber bliebe so zwar klein, die für den Markt notwendige Konkurrenz zum Vorteil der Verbraucher bliebe aber auch so gesichert, sagte er weiter.

Der Mobilfunkstandard UMTS soll es möglich machen, dass die Nutzer mit dem Handy mit deutlich höheren Datenübertragungsraten als bisher uneingeschränkt im Internet surfen oder Bilder beziehungsweise Musik über die Mobilfunknetze verschicken können. Mit den Einnahmen aus der Versteigerung sollen nach dem Willen von Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) Schulden getilgt werden.

Zu den klaren Favoriten der Versteigerung in Deutschland gehören die vier Mobilfunkbetreiber, allen voran die Marktführer D1 (Telekom) und D2 (Mannesmann/Vodafone). Die Telekom-Tochter T-Mobil ist das einzig rein deutsche Unternehmen, das an der Auktion teilnimmt. Gute Chancen rechnen sich auch das Konsortium E-Plus/Hutchison (KPN, NTT DoCoMo) und VIAG INTERKOM (E.ON, British Telecom, Telenor) aus.

Als aussichtsreicher Kandidat gilt ferner das Joint Venture von Mobilcom und France Télécom. Dagegen werden debitel (Swisscom) und der Gruppe G3 (Sonera, Telefónica) nur Außenseiterchancen eingeräumt.