UMTS-Finanzierung: Anleihemärkte werden überschwemmt - DER SPIEGEL
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UMTS-Finanzierung Anleihemärkte werden überschwemmt

Der Erwerb von deutschen Mobilfunklizenzen der dritten Generation (UMTS) wird für die Telekommunikationskonzerne wahrscheinlich teurer als von ihnen erhofft. Die Unternehmen müssen sich das Geld auf den internationalen Anleihemärkten zusammensuchen, die nach Ansicht von Experten bald gesättigt sein könnten.
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Frankfurt am Main - Egal, wie der Preis für die UMTS-Lizenzen ausfällt: Erfolgreiche Bieter müssen zehn Tage nach dem Ende der Auktion die fällige Summe begleichen. Zur Finanzierung der Lizenzen planen zumindest einige der Bieter Anleihen in Milliardenhöhe auszugeben. Experten fürchten, dass die Anleihemärkte die vielen großen Neuemissionen nicht verkraften und es daher zu einem Kursverfall kommt.

Erste Emissionen sind bereits angekündigt, über weitere wird spekuliert. "Wir erwarten von September bis Dezember einen signifikanten Anstieg bei der Emission von Telekommunikations-Anleihen", sagte Gary Jenkins, Chef der Kredit-Analyse bei Barclays Capital. "Das lässt natürlich Schlüsse auf die Preisentwicklung zu." Ein Überangebot von Anleihen drückt die Kurse am Markt. Um für Anleger dennoch attraktiv zu sein, müssen die Unternehmen ihre Papiere mit hohen Zinsen ausstatten, was ihre Finanzierung zusätzlich verteuert.

Gerade am europäischen Markt für Unternehmensanleihen, der im Gegensatz zu dem in den USA noch nicht voll entwickelt ist, gilt die Aufnahmefähigkeit für neue Papiere als begrenzt. Um diesen Markt nicht mit einem Überangebot neuer Papiere zu überschwemmen und damit Kurseinbußen und Renditeaufschläge zu riskieren, wird davon ausgegangen, dass viele Emittenten ihre Papiere an den aufnahmefähigeren US-Markt gehen werden. Aber auch dort kann ein zu großes Angebot zu Kursrückgängen führen.

Bereits in der vergangene Woche hatten die Kurse von Telekommunikationsanleihen in Erwartung der Neuemissionen nachgegeben. "Wir gehen davon aus, dass der Tiefpunkt bei den Kursen noch nicht erreicht ist", hieß es am Montag aus Marktkreisen angesichts der anstehenden Neuemissionen. "Was wir im Augenblick sehen, sind wohl noch keine Kaufkurse."

Bereits vor dem Beginn der deutschen UMTS-Auktion hatte sich die um die deutschen UMTS-Lizenzen mitbietende Deutsche Telekom mit der bislang größten Unternehmensanleihe aller Zeiten an die Spitze des Emissionszuges gesetzt. Von dem Gesamtvolumen von umgerechnet 13,5 Milliarden Dollar wurden rund zwei Drittel in die USA vergeben.

Für den 4. September plant die spanische Telefónica eine Anleihe-Emission im Volumen von fünf Milliarden Euro. Telefónica bildet zusammen mit der finnischen Sonera das Konsortium 3 G, das um die deutschen Lizenzen mitbietet.

Als weiterer Bond-Emittent steht British Telecom in den Startlöchern: Der Konzern hat in den USA die Genehmigung für Anleihen im Volumen bis zu zehn Milliarden Dollar beantragt. British Telecom ist einer der Anteilseigner von VIAG Interkom und damit ebenfalls an der deutschen UMTS-Auktion beteiligt.

Experten gehen zudem davon aus, dass die France Télécom zusammen mit ihrem deutschen Partner MobilCom eine deutsche UMTS-Lizenz ersteigern wird. Um das Vorhaben zu finanzieren, wird der französische Konzern dann ebenfalls mit einem Bond an den Markt gehen. Die Nachricht, dass das Papier auf Euro lauten solle, belastete Ende vergangener Woche bereits den europäischen Markt für Unternehmensanleihen.