UMTS-Gebühren Was zahlt der Kunde?
München/Hamburg/Schleswig - "Irgendwo müssen wir die Kosten ja hereinholen; wir sind schließlich nicht die Wohlfahrt", sagte British-Telecom-Europachef Pat Gallagher dem Wirtschaftsmagazin "Focus Money". Die hohen UMTS-Investitionen der Konzerne müssten direkte Auswirkungen auf die Endtarife für die Handykunden haben. Der Handynetzbetreiber VIAG Interkom, dessen Haupteigner BT ist, gehört zu den sechs Unternehmen, die zur Monatsmitte für je gut 16 Milliarden Mark eine UMTS-Lizenz ersteigert hatten.
Der Chef der norddeutschen Telefongesellschaft MobilCom, Gerhard Schmid, hat dagegen vergleichsweise niedrige Gebühren angekündigt. Dem "Stern" sagte er in einem Interview, "wir waren der Festnetz-Aldi, wir werden der UMTS-Aldi sein." MobilCom hatte in Mainz gemeinsam mit France Télécom geboten und auch eine Lizenz erhalten.
Laut einer Studie des Verbandes der deutschen Internet-Wirtschaft sind hohe Preise für die Dienste, mangelhafte Netzqualität und ein eingeschränktes Angebot angesichts der verpulverten Lizenz-Milliarden abzusehen. Wie es weiter hieß, müssten jetzt die sechs Anbieter beim Aufbau der Netze besonders kostenbewusst vorgehen.
Noch gravierender sei allerdings, dass die Kalkulation der Anbieter auf absehbare Zeit keinen UMTS-Massenmarkt zuließen. Internetnutzer seien derzeit nämlich nicht bereit, mehr als 40 Mark monatlich für den multimedialen Mobilfunk auszugeben. Nach Berechnungen des Verbandes führten jedoch die Kosten für den Lizenzerwerb und für den Netzaufbau zu Monatsbeiträgen in der Größenordnung von 300 Mark. Bei diesen Preisen fänden sich aber nur wenige Kunden für UMTS, und der Massenmarkt rücke in weite Ferne.