UMTS-Kosten: Industrie fordert Hilfe vom Staat - DER SPIEGEL
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UMTS-Kosten Industrie fordert Hilfe vom Staat

Weil sie Unsummen für UMTS investiert haben, wird den Mobilfunkunternehmen Angst und Bange. Auf der Cebit erhebt ein Vorstand des Branchenverbandes nun eine drastische Forderung: Der Finanzminister solle einen Teil seiner 51 Milliarden Euro Lizenzeinnahmen wieder hergeben.
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Hannover - Als die Mobilfunk-Unternehmen die Milliarden für die Ersteigerung von UMTS-Lizenzen ausgaben, da war öffentlich stets von Zuversicht die Rede, von Visionen und den revolutionären Möglichkeiten der Technik. Was Peter Wagner, Vorstand des Branchenverbandes Bitkom, auf der Cebit sagte, klang da schon sehr viel kleinlauter. Die Politik habe die Telekommunikationsbranche beim Aufbau der UMTS-Netze allein gelassen, sagte er. Das sei "nicht hinnehmbar", weil die Regierung ja immerhin Milliarden an der Lizenzversteigerung verdient habe. Die öffentliche Hand müsse sich daher mehr engagieren. Wagner ist zugleich Chef des Mobilfunkunternehmens debitel, das im August 2000 in Runde 137 aus der UMTS-Versteigerung ausstieg.

Wagner regte einen runden Tisch an. An ihm sollten sich neben Politikern auch Netzbetreiber, Hersteller und Anbieter von Diensten versammeln, um Strategien zu entwickeln, mit denen der UMTS- Markt "mit Pioniergeist" angeschoben werden könne. Bund, Länder und Gemeinden sollten einen Teil der 51 UMTS-Milliarden als Investitionen wieder in die Technik zurückfließen zu lassen, etwa durch öffentliche Dienste.

So könne die öffentliche Hand zum Beispiel neue interaktive Park- und Verkehrsleitsysteme aufbauen oder dem Mobilfunk dritter Generation durch UMTS-Anwendungen wie Informationen zu Nahverkehr und Tourismus oder "virtuelle Rathäuser" Schub geben. Dies würde Deutschland auch im Wettbewerb der Technologie-Standorte voranbringen.

Nach Ansicht Wagners sind auch die "Spielräume" in Sachen Frequenzhandel und bei Kooperationsmöglichkeiten "noch nicht in aller Feinheit ausgelotet". Bisher sehen die UMTS-Bedingungen vor, dass die Lizenzen nicht weiterverkauft werden dürfen. Wenn zwei Unternehmen oder Konsortien, die beide eine Lizenz besitzen, kooperieren, so müssten sie eine der Lizenzen zurückgeben.

Wagner zeigt sich unzufrieden mit den Äußerungen von Bundeskanzler Gerhard Schröder zu diesem Thema. Schröders Aussagen seien "leider sehr vage" gewesen. Der Kanzler hatte lediglich mögliche Kooperationen begrüßt, sich ansonsten aber nur zu den UMTS-Strahlengrenzwerten geäußert. Nach Ansicht des Vorsitzenden des internationalen UMTS-Forums aus London, Bernd Eylert, wird sich UMTS nicht mit einem "Big Bang" etablieren, sondern sich in einem "fließenden Prozess" entwickeln. Nach einer neuen Studie des Forums, in dem Hersteller, Netzbetreiber, Diensteanbieter und Regierungsorganisationen zusammengeschlossen sind, wird es 2005 weltweit rund 100 Millionen UMTS-Nutzer geben, bis 2010 sollen es 630 Millionen sein. Die Umsätze sollen von 70 Milliarden Dollar 2005 auf 560 Milliarden Dollar 2010 steigen.

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