UMTS-Lizenzen VIAG Interkom bittet um Gnade
München - Der Bund solle "den wirtschaftlich nicht vertretbaren Teil" des Betrages für die UMTS-Lizenz zurückgeben, forderte Ardelt. Die Milliardenkosten würden kurz- und mittelfristig die Wachstumsaussichten der gesamten Branche reduzieren. Daher werde auch der "Arbeitsplatzmotor Telekommunikation" ins Stottern geraten, so seine Befürchtung.
Die spektakuläre Versteigerung der begehrten UMTS-Lizenzen war nach knapp drei Wochen am 18. August mit einem Rekordergebnis zu Ende gegangen. Das Bietergefecht mit 173 Runden spülte 98,8 Milliarden Mark in die Kasse von Bundesfinanzminister Hans Eichel.
Die Telefongesellschaft MobilCom ersteigerte in dem Verfahren eine Lizenz, klagte dann aber gegen das Verfahren und die Kosten von rund 16 Milliarden Mark. Die VIAG Interkom verzichtete wie die anderen vier Lizenzgewinner auf Rechtsmittel.
Ardelt appellierte nun an den Bund, den Schaden zu begrenzen. Die Lizenzabgabe sei rechtlich umstritten und das "Ergebnis eines auf Maximierung ausgelegten Auktionsverfahrens". Durch den Versuch der Deutschen Telekom, einen weiteren Bieter zur Aufgabe zu zwingen, sei "der Lizenzpreis in völlig unakzeptable Höhen getrieben worden".