UMTS Pleite in der Schweiz
Biel - Statt der erhofften Milliardenbeträge fließen nur rund 264 Millionen Mark in die Schweizer Bundeskassen. Keiner der vier Bieter hatte sein Anfangsgebot erhöht, teilte das Bundesamt für Kommunikation in Biel mit. Nach vier Runden sei die Auktion dann beendet worden.
Mit Ausnahme der France-Télécom-Tochter Orange boten die Interessenten nur jeweils den Mindestpreis von 50 Millionen Franken (64 Millionen Mark) und erhielten den Zuschlag. Orange war sofort mit 55 Millionen Franken eingestiegen. Die anderen Lizenzen gehen an den Ex-Monopolisten Swisscom, die spanische Telefónica und die aus dem Zusammenschluss von Sunrise und diAx entstandene Tele-Danmark-Tochter dSpeed. Die Deutsche Telekom war nicht am Start.
Das Bundesamt für Kommunikation hatte nach den erfolgreichen Versteigerungen in Großbritannien und Deutschland zunächst mit bis zu acht Milliarden Franken gerechnet. Nachdem mehrere Bieter kurzfristig aus der Versteigerung ausgestiegen waren, schraubte es die Erwartungen bereits zurück.
Neben France Télécom hat auch der andere große Konkurrent der Deutschen Telekom, die größte europäische Mobilfunkgesellschaft Vodafone, jetzt einen Fuß im Schweizer Markt. Vodafone hatte sich für den Fall eines Erfolgs der Swisscom bei der Versteigerung eine 25-prozentige Beteiligung an der künftigen Swisscom-Mobilfunktochter Mobile gesichert.
Die Schweizer Lizenzen für den Aufbau eines Internet- und multimediafähigen Handy-Netzes galten wegen der hohen Handydichte und der kaufkräftigen Kundschaft als besonders attraktiv.
Bei dem ersten Versuch der UMTS-Auktion Mitte November sagten zwei der fünf Bieter Minuten vor dem Startschuss ihre Teilnahme ab. Daraufhin ließ das Bundesamt die Auktion platzen. Weil sich jedoch keine illegalen Absprachen nachweisen ließen, wurde die Versteigerung nach ursprünglich geplantem Muster am Mittwoch nachgeholt.
In der Europäischen Union stehen noch die Vergabe oder Versteigerung der Lizenzen in Frankreich, Dänemark, Belgien, Irland, Portugal, Luxemburg und Griechenland aus.