UMTS-Poker Keiner wagt sich vor
Mainz - Die sieben Teilnehmer gaben wie tags zuvor nur die nötigen Mindestgebote ab, sodass die Gesamtsumme für die zwölf zum Verkauf stehenden Frequenzblöcke lediglich in zweistelligen Millionenschritten auf zuletzt etwas mehr als drei Milliarden Mark anwuchs. Beobachter interpretierten dies als weiterhin taktisches Abtasten.
Für eine gewisse Spannung sorgten später dementierte Berichte, MobilCom biete debitel eine Zusammenarbeit bei der Einführung der UMTS-Technologie an. Klaus-Dieter Scheurle, Präsident der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP), ließ die MobilCom-Offerte prüfen. Nach den strengen Regeln der UMTS-Versteigerung führen unzulässige Absprachen zwischen den Bietern zum sofortigen Ausschluss von der Auktion. Nach Ansicht der RegTP ist die Äußerung von MobilCom-Chef Gerhard Schmid nicht als Absprache zu werten, MobilCom darf weiter mitbieten.
Mit ihrem Gebot von knapp über einer Milliarde Mark für zwei Frequenzblöcke liegen MobilCom/France Télécom weiter vorne. Nötig für den Erhalt einer der begehrten Lizenzen für den multimediafähigen Mobilfunk der dritten Generation sind mindestens zwei solcher Blöcke zu je zweimal fünf Megahertz, drei dürfen es maximal sein.
"Keiner wagt sich vor", kommentierte WestLB-Analyst Holger Grawe den bisherigen Stand der Auktion in der Mainzer Niederlassung der RegTP. Entscheidend seien die letzten drei Tage der Auktion, wenn es wirklich um Milliardenbeträge gehe. Auch Theo Kitz von Merck Finck meint, man könne derzeit aus dem Verhalten der Bieter überhaupt keine vernünftigen Schlüsse ziehen. Momentan sei man noch weit von dem Moment entfernt, wo ein Bieter aussteigen könne. Dass einer das Handtuch werfe, sei unter drei Milliarden Mark pro Block nicht denkbar, sagte der Analyst: "Fünf Milliarden Mark muss jeder einkalkulieren."
Den bislang ruhigen Auktionsverlauf hatte RegTP-Präsident Scheurle bereits am Morgen vorausgesagt: Er erwarte weiterhin ein zurückhaltendes Verhalten der Bieter. Mit einem überproportionalen Anstieg der Gebote sei nicht zu rechnen.