UMTS-Poker: Regulierungsbehörde überprüft MobilCom-Offerte - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

UMTS-Poker Regulierungsbehörde überprüft MobilCom-Offerte

Der MobilCom-Vorstandsvorsitzende Gerhard Schmid hat der Swisscom-Tochter debitel eine Zusammenarbeit bei UMTS-Diensten angeboten. Die Regulierungsbehörde prüft nun, ob dies schon als Verstoß gegen die Regeln der UMTS-Auktion gewertet werden muss.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Paris - Schmid sagte der französischen Zeitung "La Tribune" , sollte debitel keine Lizenz erhalten, werde sein Unternehmen debitel-Kunden "gerne unsere UMTS-Dienste bereitstellen". Debitel hat auf diese Offerte bereits erfreut reagiert und ebenfalls angeboten, mit Anbietern zu kooperieren, die keine UMTS-Lizenz ersteigern konnten.

Nach den strengen Regeln der Regulierungsbehörde droht Bietern der Ausschluss von der Auktion, wenn sie sich in unzulässiger Weise miteinander absprechen. Noch ist nicht klar, ob solche Kooperationsangebote schon als Verletzung des Regelwerkes zu werten sind. Wie der Präsident der Behörde, Klaus-Dieter Scheurle, sagte, sind bereits mehrere Mitarbeiter seines Hauses mit der juristischen Prüfung beschäftigt. Über die Ergebnisse werde zu "gegebener Zeit" informiert. Scheurle betonte jedoch, mit "spektakulären Ergebnissen" sei nicht zu rechnen.

MobilCom bietet bei der Auktion in Mainz gemeinsam mit dem französischen Staatskonzern France Télécom. Am Montag, dem ersten Tag der Versteigerung, hatte MobilCom als einziges Unternehmen ein Milliardengebot vorgelegt. Damit bekräftigte es sein Anliegen, in jedem Fall eine Lizenz zu erwerben. Debitel war alleine in den Bieterwettstreit um die vier bis sechs Lizenzen gegangen. Nach Analystenmeinung gilt die Swisscom-Tochter als Außenseiter, weil die große Finanzkraft fehle.

Sollte debitel aufgrund des Angebotes von MobilCom bald aus dem Bieterrennen ausscheiden, blieben nur noch sechs Bieter für die maximal sechs Lizenzen übrig. Es könnten also alle Kandidaten zum Zuge kommen. Darunter würde der Erlös der Versteigerung leiden, weil es keine Konkurrenzsituation mehr gäbe und die Bieterunternehmen keine Höchstgebote mehr vorlegen würden.

Es wird allerdings auch erwartet, dass die vier derzeitigen deutschen Netzbetreiber (D1, D2, e-plus, VIAG Interkom) jeweils drei Frequenzblöcke ersteigern wollen, um den Neueinsteigern keine Chance zu lassen. Insgesamt würden in diesem Fall nur vier Lizenzen verteilt.