UMTS-Prognose: Vodafone stapelt ganz tief - DER SPIEGEL
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UMTS-Prognose Vodafone stapelt ganz tief

Beharrlich weigerte sich Vodafone bisher, eine Prognose für das Geschäft mit dem Handystandard UMTS abzugeben. Jetzt hat der größte europäische Mobilfunkanbieter erstmals Zahlen veröffentlicht - die allerdings wenig aussagekräftig sind.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Düsseldorf/London - Bis Ende März 2006 sollen weltweit rund zehn Millionen Kunden die Mobilfunktechnik der dritten Generation verwenden, erklärte Vodafones Vorstandschef Arun Sarin am Mittwoch. Zum Weihnachtsgeschäft in diesem Jahr würden zehn neue Handys mit Video-Telefonie, 3D-Spielen, Audio-Streaming und MP3-Spielern in 13 Ländern in die Läden kommen, um das Interesse der Kunden an UMTS zu wecken.

Vodafone   hatte in den ersten Monaten dieses Jahres mit der Vermarktung von UMTS-Geräten und -Diensten in Deutschland und anderen europäischen Ländern begonnen, bislang aber wie andere Mobilfunkbetreiber keine detaillierten Zahlen zur Nachfrage der Kunden genannt.

Es ist das erste Mal, das Vodafone beim Thema UMTS etwas konkreter wird. Bisher hatte der Konzern es peinlichst vermieden, genauere Angaben über seine Erwartungen zu machen. Die nun genannte Zahl von zehn Millionen Nutzern sagt allerdings wenig bis gar nichts über das erwartete Geschäft aus. In der Branche wird für Prognosen dieser Art für gewöhnlich der Durchschnittsumsatz pro Kunde (Arpu) angegeben. Dazu sagt Vodafone aber weiter nichts.

Zudem wollen die Briten ihre UMTS-Dienste unter der schon eingeführten Marke Vodafone Live! vermarkten. Es ist unklar, ob bisherige Live!-Kunden, die beispielsweise MMS versenden, in Zukunft automatisch als UMTS-Kunden gelten, wenn Multimedia-Anwendungen über das neue Netz abgewickelt werden. Deutschland-Chef Jürgen von Kuczkowski sagte am Mittwoch in Düsseldorf lediglich, er erwarte, dass zwei Drittel der deutschen UMTS-Nutzer Neukunden sein werden.

Der Mobilfunkanbieter hat bisher geschätzte 100 Milliarden Euro für die UMTS-Betriebslizenzen, den Netzaufbau und die Entwicklung von Software ausgegeben. In der Branche heißt es, die Nachfrage nach UMTS sei weiterhin dürftig, die Netze wenig ausgelastet. Bislang fehle es vor allem an attraktiven und ausgereiften Mobiltelefonen und Diensten für die neue Technik. Deshalb ist Vodafones Prognose vermutlich auch so vage - man möchte sich ungern blamieren.