UMTS: Siemens schnappt Nokia Prestigeprojekt weg - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

UMTS Siemens schnappt Nokia Prestigeprojekt weg

Der finnische Telekommunikationsausrüster Nokia hat Presseberichten zufolge einen prestigeträchtigen Großauftrag verloren. Anstelle der Finnen sollen Siemens und NEC das Londoner UMTS-Netz aufbauen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

London - Für das britische UMTS-Konsortium Hutchison 3G sollte Nokia ursprünglich die Funkinfrastruktur im Großraum London liefern. Doch daraus wird wohl nichts: Der Großauftrag geht an den japanischen NEC-Konzern und die deutsche Siemens.

Hutchison 3G ist ein Gemeinschaftsunternehmen der Konzerne Hutchison Whampoa aus Hongkong, KPN Mobile aus den Niederlanden und NTT DoCoMo aus Japan. Das Unternehmen will zunächst London und Südengland mit UMTS-Masten bestücken, der Rest des Landes folgt erst später. Hutchison habe Nokia den bereits zugesicherten London-Auftrag entzogen weil es bei den Finnen Verzögerungen gebe, so Michikazu Chihara von NEC gegenüber dem "Wall Street Journal Europe".

Nokia bestreitet Probleme mit dem Zeitplan. Man werde die Komponenten für die erste Ausbaustufe des UMTS-Netzes in Großbritannien termingerecht ausliefern. "Wir haben mit der Auslieferung der Komponenten im vergangenem Herbst begonnen und setzen die Lieferungen gemäß dem Zeitplan fort", zitierte die Nachrichtenagentur "Kauppalehti Online" den Nokia-Pressechefin Arja Suominen. Zudem werde man für den Rest Großbritanniens die gesamte UMTS-Kerninfrastruktur für Hutchison liefern, so eine deutsche Nokia-Sprecherin.

Verzögerungen bei der Auslieferung könnten für Nokia zu einem ernsthaften Problem werden. Das Unternehmen hat der Börse für seine Netzwerksparte 2002 ein Umsatzwachstum von 15 Prozent versprochen. Das Unternehmen ist deshalb auf die für das laufende Jahr geplanten UMTS-Erlöse angewiesen.