UMTS-Streit: MobilCom legt Beweise vor - DER SPIEGEL
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UMTS-Streit MobilCom legt Beweise vor

Die Telefongesellschaft MobilCom hat im Konflikt mit ihrem Großaktionär France Télécom um die UMTS-Finanzierung einen Text der US-Börsenaufsicht verbreitet. Der soll die weit reichenden finanziellen Verpflichtungen des französischen Konzerns belegen.
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Büdelsdorf - Laut dem Text muss France Télécom   alle finanziellen Engpässe von MobilCom   bis zum Start des UMTS-Geschäfts mit eigenen Krediten oder Bürgschaften ausgleichen. Diese Verpflichtung sei in einer Meldung von France Télécom an die US-Börsenaufsicht SEC im Zusammenhang mit der Notierung der Aktie an der Wall Street enthalten, teilte MobilCom am Donnerstag mit.

Darüber hinaus enthalte das Papier keine Passage, nach der France Télécom den UMTS-Geschäftsplan und damit den MobilCom-Konzern kontrollieren könne. Die Franzosen hatten behauptet, die Zahlungsverpflichtung bestehe nur, wenn France Télecom zunächst dem UMTS-Geschäftsplan von MobilCom zustimme. France Télécom hält 28,5 Prozent an MobilCom.

Unbegrenzt lange unbegrenzt hohen Kredit zugesichert

Nach Ansicht von Frank Rothauge, Telekommunikations-Analyst bei Sal. Oppenheim, sind France Télécoms Verpflichtungen gegenüber MobilCom sogar noch weitgehender, als es das SEC-Papier nahe legt. Laut dem "Form 20-F/A" vom 08. November 2001 müssen die Franzosen finanzielle Engpässe MobilComs lediglich bis zum Start des UMTS-Geschäfts ausgleichen. In dem Vertrag zwischen MobilCom und France Télécom stehe jedoch nichts über eine zeitliche Begrenzung der finanziellen Verpflichtungen, so Rothauge: "Der Vertrag ist nicht deckungsgleich mit dem SEC-Papier."

"Über das Prinzip, dass France Télécom zahlen muss, braucht man nicht zu diskutieren", glaubt Rothauge. Höchstens könne man die Frage aufwerfen, ob die Franzosen tatsächlich in unbegrenzter Höhe Geld nachschießen müssten. Im Vertragswerk gebe es allerdings keine Aussagen zu einer Deckelung des Engagements.

Unendliche Geschichte

MobilCom und France Télécom streiten seit mehreren Wochen öffentlich über die UMTS-Finanzierung und die Auslegung ihrer Vereinbarungen. Dem hoch verschuldeten französischen Konzern wird das Engagement in Deutschland zu teuer. Deshalb möchten die Franzosen die Milliarden-Investitionen in das deutsche UMTS-Netz gerne herunterfahren oder zumindest strecken. MobilCom-Chef Gerhard Schmid beharrt hingegen auf vertraglichen Verpflichtungen, zeigte sich zuletzt aber kompromissbereiter und will nicht mehr unbedingt als erster in Deutschland UMTS anbieten.

Nach einer Sitzung des MobilCom-Aufsichtsrats in der vergangenen Woche hatte sich der Konflikt etwas entspannt. Beide Unternehmen wollten nach einvernehmlichen Lösungen für die Probleme suchen, hieß es. Zuvor hatte MobilCom damit gedroht, die Verträge zwischen den Unternehmen zu veröffentlichen, um die Verpflichtungen von France Télécom klarzustellen. Davon hat MobilCom nun abgesehen und stattdessen den bereits veröffentlichten US-Börsentext neu verbreitet.

Von Thomas Hillenbrand

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