UMTS-Tagebuch: Bunter Brei aus Kölle - DER SPIEGEL
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UMTS-Tagebuch Bunter Brei aus Kölle

Eine interessante Funktion der neuen Hightech-Handys ist die Möglichkeit, Videobotschaften zu versenden. Die gute Nachricht: Aufzeichnung und Versand scheinen problemlos zu funktionieren. Die schlechte: Die Qualität ist eher mau.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hamburg/Köln - Am Montagmorgen rief Kollege Patalong an. Seine Stimme klang wie Schmirgelpapier. "Ich war gestern auf dem Kölner Karneval unterwegs und habe in der Kneipe ein Video aufgenommen. Schick's dir gleich." Kurze Zeit später bimmelt mein UMTS-Handy, meine erste Video-MMS. Das Kürzel steht für Multimedia-Message, quasi eine SMS auf Steroiden.

Patalong hatte bereits angedeutet, "dass man nich' viel sieht". Aber immerhin kann man erkennen, dass da Menschen ausgelassen auf einer Bühne tanzen und andere Menschen ihnen zujubeln. Vermutlich ist Alkohol im Spiel. Die Tonspur lässt kaum Rückschlüsse auf die Musik zu, aus dem Handylautsprecher dröhnt nur undefinierbarer Klangbrei.

Fairerweise muss man sagen, dass auch eine Tausend-Euro-Videokamera unter derartig schlechten Licht- und Soundverhältnissen kein gutes Ergebnis erzielt hätte. Das Problem ist, dass unser Testhandy nicht mit einem Blitz ausgestattet ist. Immerhin sind um die Kameralinse herum sechs Weißlicht-LEDs angebracht. Die können aber bestenfalls bei Personenfotos den Gesichtsteint etwas aufhellen. Und die Batterie in Nullkommanichts leersaugen.

Erste weitere Tests haben ergeben, dass man trotz der LEDs eigentlich immer aussieht, als ob man erst um drei Uhr morgens aus der Disco heimgekommen wäre. Lässt sich das Bild auf dem Handy vielleicht nachbearbeiten? Falls es solch eine Funktion gibt, habe wir ich sie bisher nicht gefunden.

Als Karnevalsvideo finde ich den MMS-Clip eigentlich ganz okay. So muss die Welt aussehen, wenn man sich zehn Stangen Früh-Kölsch in den Kopf geschraubt hat. Na denn Kölle Alaaf!