UMTS-Versteigerung Zehn Milliarden Mark in Sicht
Mainz - Nachdem MobilCom am Donnerstag die Schwelle von insgesamt zwei Milliarden Mark für drei Frequenzpakete bereits erreicht hatte, legten Mannesmann, VIAG Interkom und e-plus am Freitagmorgen nach. Sie machten damit deutlich, dass sie jeweils drei Blöcke ersteigern wollen.
Nach der 57. Runde hatte e-plus mit einem Gebot von insgesamt knapp 2,2 Milliarden Mark für drei Frequenzblöcke die Nase vorn. Das höchste Einzelgebot von 801 Millionen Mark kommt weiterhin von MobilCom. Unter Analysten herrschte Uneinigkeit über die Beweggründe für das Vorgehen von MobilCom, die gemeinsam mit France Télécom bieten. Der Branchenanalyst der Bankgesellschaft Berlin, Ralf Hallmann, vermutet reine Selbstdarstellung hinter der Bietstrategie. Christoph Vogt, Analyst bei M.M. Warburg, kann sich dagegen vorstellen, dass die deutsch-französische Bietergemeinschaft damit ihre unbedingten Ansprüche auf zwei Frequenzblöcke anmeldet.
Alle sieben Bewerber, darunter auch die vier deutschen Mobilfunkbetreiber, befinden sich weiter im Rennen. Insgesamt wurden Höchstgebote von insgesamt rund 9 Milliarden Mark für die zwölf Frequenzblöcke abgegeben. Ein Ende der bislang größten Versteigerung in Deutschland ist derzeit nicht absehbar.
In der Branche wird ein hartes Bietergefecht erwartet, da alle Unternehmen Interesse an einer UMTS-Mobilfunkfrequenz mit drei Blöcken Frequenzausstattung gezeigt haben. Dann könnten höchstens vier Unternehmen eine Dreier-Lizenz ersteigern. Das Bieten für drei Blöcke deutet daher gleichzeitig auch auf einen eher längeren Auktionsverlauf hin. Die Auktion endet, wenn für keinen der zwölf Frequenzblöcke mehr ein Höchstgebot abgegeben wird.
Beobachter vor Ort verwiesen darauf, dass die Aufschläge pro Runde inzwischen höher sind als die Gebühren, die Deutsche Telekom und Mannesmann/Vodafone jedes Jahr für die D1- und D2-Mobilfunklizenzen an die Regulierungsbehörde abführen.
Behördenpräsident Scheurle teilte am Donnerstag mit, dass die neuen 015-Handy-Nummern insgesamt zwölf Stellen haben werden. Davon entfallen vier Stellen auf die Betreiberkennung und acht auf die Nummer des Teilnehmers. Die Kennungen der Betreiber werden unter den Lizenzinhabern auf Antrag vergeben. Falls mehrere Anbieter dieselbe Nummer wollten, werde das Los entscheiden, sagte Scheurle.