Umwelt-Studie Deutsche Kraftwerke sind Top-Klimakiller
Frankfurt am Main - "Deutschlands Kraftwerke sind Europas Top-Klimakiller", sagte die Expertin des World Wide Fund for Nature (WWF), Regine Günther. Besonders schmutzig ist das von RWE betriebene Braunkohlekraftwerk in Frimmersdorf in Nordrhein-Westfalen. Laut WWF liegt es auf Rang zwei der Liste, die die 30 umweltschädlichsten Kraftwerke der Europäischen Union (EU) aufzählt. Insgesamt stehen neun deutsche Kraftwerke auf der Negativliste.
Das von Vattenfall Europe betriebene Kraftwerk im brandenburgischen Jänschwalde landete laut Studie auf Platz fünf. Die anderen deutschen Kraftwerke, die zu den zehn schmutzigsten der EU gehören, stehen alle in Nordrhein-Westfalen. Es sind die RWE-Werke in Weisweiler, Neurath und Niederaußem. Auf dem ersten Platz der Liste ist das Kraftwerk Agios Dimitrios in Griechenland.
27 der 30 kritisierten Kraftwerke verbrennen Kohle. Der Untersuchung zufolge belastet eine Kilowattstunde Strom aus einem Braunkohlekraftwerk das Klima mit mehr als einem Kilo Kohlendioxid (CO2). "Bei der gleichen Strommenge aus einem Gaskraftwerk sind es nur 365 Gramm", sagte WWF-Expertin Günther. Der Naturschützer fordern die Energieversorger deshalb auf, Kohle durch umweltfreundlichere Alternativen wie Gas und erneuerbare Energien zu ersetzen. Die EU müsse neben strengen CO2-Grenzwerten deutliche Anreize schaffen, in Wind-, Wasser- und Solarenergie zu investieren, so der WWF.