Unbezahlte Mehrarbeit IG Metall kündigt erbitterten Widerstand gegen längere Arbeitszeit an
Hamburg "Wer dieses Thema aus populistischen Gründen in die Tarifrunde 2004 einbringt, wird eine Explosion erleben", so Neugebauer gegenüber der "Bild"-Zeitung. Der Vorsitzende der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, Frank Bsirske, wurde mit den Worten zitiert, wer nach längeren Arbeitszeiten rufe, wolle nur die Löhne kürzen. "Das werden sich die Beschäftigten nicht gefallen lassen".
Nach Angaben der Zeitung hat der Präsident des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, Martin Kannegiesser, nunmehr konkret erklärt, dass die Arbeitgeber bei der kommenden Tarifrunde auch über die Arbeitszeiten verhandeln wollten. Kannegiesser vertrete die Ansicht, Unternehmen und Arbeitnehmer sollten "auf der Basis von Tarifverträgen künftig über Arbeitszeiten bis zu 40 Stunden pro Woche selbst entscheiden". Nur so könnten Einkommen gesichert, Arbeitsplätze erhalten und die Kürzung von Einmalzahlungen vermieden werden.
Auch bei den Sozialdemokraten stößt die auch von Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) unterstützte Forderung nach einer Verlängerung der Arbeitszeit auf Ablehnung. Reformkritiker Ottmar Schreiner nannte der Vorstoß "völlig abwegig". Dann werde das vorhandene Arbeitsvolumen "auf noch weniger Schultern verteilt", sagte er dem Berliner "Tagesspiegel". Es sei sinnvoller, die Arbeitszeit individuell zu verkürzen, etwa über Sabbatjahre oder über Teilzeit.