Unerwarteter Angriff: IG Metall kritisiert Mindestlohn - DER SPIEGEL
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Unerwarteter Angriff IG Metall kritisiert Mindestlohn

Störfeuer von unerwarteter Seite: Die IG Metall in Nordrhein-Westfalen warnt vor einem flächendeckenden Mindestlohn. Auch beim geplanten Ausbildungsbonus für benachteiligte Jugendliche sind Gewerkschafter skeptisch.
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Frankfurt am Main – Ein Mindestlohn kann absurde Auswirkungen haben, fürchtet Oliver Burkhard. Wenn die Politik eine Untergrenze festlege, dann gebe es sicher Unternehmen, die sagten: "Jetzt muss ich den höheren Tariflohn nicht mehr zahlen und habe trotzdem ein gutes Gewissen. Denn ich zahle ja den von den Gewerkschaften geforderten Mindestlohn", fürchtet der IG-Metall-Chef von Nordrhein-Westfalen im Interview mit der "Frankfurter Rundschau".

Der gesetzliche Weg sei "allenfalls die zweitbeste Lösung", sagt Burkhard deshalb. Mit tariflichen Mindestlöhnen für einzelne Branchen seien bessere Ergebnisse zu erzielen als mit einer allgemeingültigen Untergrenze. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) stelle die Forderung nach einer gesetzlichen Untergrenze von 7,50 Euro "zu sehr in den Mittelpunkt", moniert Burkhard. Die Gewerkschaften müssten "stärker selbst aktiv werden, statt permanent nach der Politik zu rufen". Erst wenn auf dem tariflichen Wege gar nichts mehr gehe, müsse der Staat "die unterste Schamgrenze einziehen".

Auch der von der Regierung geplante Ausbildungsbonus für schwer vermittelbare Bewerber stößt in der Gewerkschaft auf Skepsis. "Ich habe große Zweifel, dass ein solcher Ausbildungsbonus die tatsächlichen Probleme der Jugendlichen löst", sagte IG-Metall-Vorstand Regina Görner der "Frankfurter Rundschau. Werde nur der betriebliche Ausbildungsplatz durch einen öffentlich finanzierten ersetzt, "ist nichts gewonnen", kritisierte die Gewerkschafterin.

Sinnvoller sei, statt der Betriebe die Jugendlichen direkt zu fördern - etwa durch eine verstärkte sozialpädagogische Betreuung. Mit dem Ausbildungsbonus will die schwarz-rote Regierung Betriebe fördern, die für benachteiligte Jugendliche Lehrstellen schaffen. Bis zu 6000 Euro soll ein Unternehmen erhalten, das einen Azubi einstellt, der sich schon lange erfolglos bewirbt. Über das Konzept von Arbeitsminister Olaf Scholz (SPD) soll am morgigen Mittwoch das Bundeskabinett beraten.

ase/ddp

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