Unfall mit Dodge: DaimlerChrysler muss Millionenstrafe zahlen - DER SPIEGEL
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Unfall mit Dodge DaimlerChrysler muss Millionenstrafe zahlen

Ärger hat DaimlerChrysler derzeit schon genug - doch nun kommt es noch dicker. Ein US-Gericht verurteilte den Autokonzern zu einer Zahlung von 54 Millionen Dollar. Der Grund: Ein führerloses Fahrzeug hatte einen Amerikaner überfahren.
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Los Angeles - Ein Gericht in Californien befand das Unternehmen schuldig, für den Tod von Richard Mraz mitverantwortlich zu sein. Der 38-jährige Amerikaner war 2004 in Long Beach von seinem Pick-Up der Chrysler-Marke Dodge überrollt worden. Im Glauben, der Automatikhebel seines Wagens sei in Parkstellung, war der Mann aus dem Auto ausgestiegen, ohne den Motor abzustellen. Doch plötzlich rollte das Fahrzeug zurück - als der Mann versuchte, in den führerlosen Dodge einzusteigen, geriet er unter die Räder. Er starb 17 Tage später an seinen Verletzungen.

Bei dem Modell Dodge Dakota aus dem Jahre 1992 war der "Park-to-reverse"-Effekt aufgetreten: Dabei befindet sich die Automatikschaltung zwischen Parkstellung und Rückwärtsgang und rastet nicht ein. Der Fahrer denkt, dass der Wagen steht, doch bei Erschütterungen und laufendem Motor kann der Rückwärtsgang einrasten und das Auto losfahren.

Das Problem ist nicht neu: Seit dem Jahr 2000 rief DaimlerChrysler laut "Detroit News" rund zwei Millionen Autos wegen des Fehlers zurück. Der Konzern gab an, dass auch der Besitzer des Wagens, Mrazs Arbeitgeber, über den Rückruf informiert worden sei. Er habe jedoch keines von zwölf separaten Schreiben beantwortet.

Nach dem Urteil der Geschworenen hat DaimlerChrysler das volle Ausmaß des Problems verkannt und es unterlassen, den Defekt bei Millionen von Autos gründlich zu beheben. Während des Prozesses hatten die Anwälte der Hinterbliebenen laut "Detroit News" ein internes Memo von 1999 vorgelegt. In diesem schreibt ein Chrysler-Manager, eine offizielle Untersuchung der Schaltung brächte Ergebnisse, "die wir lange ignoriert haben".

50 der 54 Millionen Dollar muss DaimlerChrysler als Strafe zahlen. Die Familie des Verstorbenen erhält vier Millionen Dollar Schadenersatz. Der Autokonzern erwägt, in die Berufung zu gehen.

joh/Dow jones