United Airlines: Ende des Gläubigerverfahrens steht bevor - DER SPIEGEL
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United Airlines Ende des Gläubigerverfahrens steht bevor

Das Ende des Insolvenzverfahrens der zweitgrößten US-Fluggesellschaft United Airlines steht nach drei Jahren kurz bevor. Nach zähem Ringen stimmten die Gläubiger dem Umstrukturierungsplan der kriselnden Fluglinie zu.
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Chicago - Das zuständige US-Konkursgericht werde sich nun ab dem 18. Januar mit dem Reorganisationsplan befassen, hieß es aus dem Mutter-Unternehmen UAL. Nach der Zustimmung der Gläubigergemeinschaft habe die Fluglinie gute Chancen, im Februar aus dem US-Gläubigerschutz herauszukommen, berichtet das "Wall Street Journal" (WSJ).

Die Zustimmung der Kreditgeber erfolgte nach wochenlangen, zähen Verhandlungen mit der Fluglinie. Letzte Woche wurde schließlich beim Konkursgericht beantragt, dass ein Rechtsexperte aus Yale zur Hilfe gezogen wird.

Der vorgeschlagene Restrukturierungsplan sieht vor, alle gedeckten Kredite in voller Höhe zurückzuzahlen. Gläubiger ungedeckter Forderungen würden vier bis acht Prozent ihrer Ansprüche in Form von neuen UAL-Stammaktien erhalten. Aktienbesitzer würden allerdings nicht für ihre Verluste entschädigt.

Dem "WSJ" zufolge hat das Unternehmen mehr als 6000 nicht gedeckte Kredite in Höhe von insgesamt über 20 Milliarden Dollar. Um die Entschädigung der Gläubiger möglich zu machen, sollen neue Aktien im Wert von insgesamt 125 Millionen Dollar ausgegeben werden.

Ende Oktober hatte UAL noch einen Mammutverlust von 1,8 Milliarden Dollar für das dritte Quartal verkünden müssen. Der Konzern hatte allerdings damals erklärt, die riesige Verlustsumme hätte keinen Einfluss auf die Liquiditätsposition des Unternehmens. Schon damals erklärte das Unternehmen, dass die Gläubiger bei der für 2006 erwarteten Beendigung des Insolvenzverfahrens nur einen geringen Teil ihrer jetzt verbuchten Forderungen zurückerhalten würden, so dass dann ein entsprechender Sondergewinn anfallen werde.

Die US-Regierung lobte die Anstrengungen der Fluglinie, die Probleme bei dem Insolvenzverfahren zu lösen. United "arbeitet daran, so viele Probleme wie möglich zur Zufriedenheit aller zu lösen", sagte ein Regierungssprecher.

Allerdings hat die Fluggesellschaft noch eine Reihe von Schwierigkeiten, die sie vor Beendigung des Insolvenz-Verfahrens überwinden muss. Dazu gehört etwa ein in der Umstrukturierung vorgesehener Aktienoptionsplan für die Managerriege, gegen den Gewerkschaften und die Gemeinschaft der ungesicherten Gläubiger Bedenken haben. Auch gegen die Vorgehensweise bei der Auswahl neuer Managementmitglieder und des Unternehmensvorstands hat die Gläubiger-Vereinigung Einwände.

United Airlines ist nicht die einzige Fluglinie, die in den letzten Jahren tief in die Krise rutschte. Insgesamt nutzen vier der sechs großen Gesellschaften den US-Gläubigerschutz. Neben hohen Schulden, hohen Kosten und Pensionsbelastungen setzte den Fluglinien die scharfe Konkurrenz der Billiggesellschaften und die gestiegenen Kerosinpreise wirtschaftlich zu.